Neuer Tätigkeitsbericht SCHUFA Ombudsmann: Anzahl der Verbraucheranliegen gesunken

Als externer Schlichter vermittelt der unabhängige Ombudsmann der SCHUFA, Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier, Präsident des Bundesverfassungsgerichts a. D., bei Differenzen oder Missverständnissen zwischen dem Verbraucher, der SCHUFA und deren Vertragspartnern und prüft den strittigen Vorgang neutral und unabhängig. In seinem aktuellen Tätigkeitsbericht verweist der Ombudsmann Prof. Dr. Papier erneut auf den verantwortungsvollen Umgang der SCHUFA mit den Daten der Verbraucher.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der in 2017 beim Ombudsmann eingereichten Verbraucheranliegen mit insgesamt 984 Fällen leicht zurückgegangen (2016 waren es 1.107 Anliegen). Dies kommentiert der Ombudsmann in seinem Bericht mit den Worten, dass die SCHUFA und ihre Vertragspartner einen verantwortungsvollen Umgang mit den persönlichen Verbraucherinformationen pflegen, und dass die Abläufe der SCHUFA-Regularien innerhalb der Kreditwirtschaft reibungslos funktionieren.

Von den 984 eingereichten Anliegen waren 366 im Sinne der Verfahrensordnung des Ombudsmannes zulässig. Von den 366 zulässigen Fällen hat der Ombudsmann in 42 Fällen zugunsten des Verbrauchers entschieden.

Angesichts des beträchtlichen Auskunftsvolumens der SCHUFA von rund 400.000 Auskünften jeden Tag, 864 Millionen gespeicherten Informationen im SCHUFA Datenbestand von 67,5 Millionen Privatpersonen und 9.500 Unternehmenskunden sei diese Zahl auch im Berichtsjahr 2017 wieder als sehr niedrig zu bezeichnen, so der Ombudsmann in seinem Bericht. Der Tätigkeitsbericht bestätigt damit auch die gute Leistung des telefonischen und schriftlichen Verbraucherservices der SCHUFA.

Welche Anliegen richten die Verbraucher an den Ombudsmann?

Wie schon in den Vorjahren hatten auch in 2017 die Mehrzahl der Fälle (230) das Gesuch um eine vorzeitige Löschung eines oder mehrerer negativer Einträge zum Inhalt. Fragen und Unklarheiten zum Thema Scoring klärte der Ombudsmann mit 33 Verbrauchern. Weitere Anliegen waren z.B. der Antrag auf Löschung eines Eintrages zur Restschuldbefreiung, Fragen zu Speicherfristen oder zum berechtigten Interesse von Anfragen.

Zu vorzeitigen Löschungen negativer Einträge gibt es immer wieder Fehlinformationen; so wird zum Beispiel häufig von einer möglichen Kulanzregelung ausgegangen. Hierzu vermerkt der SCHUFA Ombudsmann in seinem Tätigkeitsbericht, dass eine vorzeitige Löschung von datenschutzrechtlich zulässig eingemeldeten und sachlich zutreffenden Eintragungen grundsätzlich nicht möglich ist, denn die SCHUFA ist zur Einhaltung der [gesetzlichen] Speicherfristen gegenüber ihren Vertragspartnern verpflichtet. Diese vertrauen darauf, dass die SCHUFA vollständig und richtig Auskunft über ihr bekannt gewordene Umstände erteilt, die für die Kreditprüfung maßgeblich sind. Sinn und Zweck eines Kreditinformationssystems ist die Vollständigkeit des Datenbestandes.

Digitale Welt trifft Tradition

Neben den aktuellen Zahlen finden Sie im Tätigkeitsbericht 2017 außerdem ein interessantes Expertengespräch zum Schwerpunktthema des aktuellen Tätigkeitsberichtes „Digitale Welt trifft Tradition“. Gesprächspartner des SCHUFA Ombudsmannes Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier waren Lena Sophie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21 und Thomas Jarzombek, MdB und stellvertretender Vorsitzender des Netzwerks Digitalisierung. Die Experten verdeutlichen, dass mit der rasanten Digitalisierung der Konsummärkte verlässliche Kontaktwege zur einvernehmlichen Konfliktlösung entscheidend sind für eine vertrauensbildende Beziehung mit dem Verbraucher und dass der persönliche Kontakt – gerade bei dem Thema Kundenservice und Verbraucherschlichtung – sehr wichtig ist.

Als einzige Auskunftei in Deutschland hat die SCHUFA mit dem Ombudsmann eine unabhängige Schlichtungsstelle eingerichtet und bietet Verbrauchern damit die Möglichkeit, ihre strittigen Anliegen neutral und unbürokratisch begutachten zu lassen.

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