Mehr Verbraucherschutz im Onlinehandel

SCHUFA entwickelt mit E-Commerce Unternehmen Lösung zur wirksamen Betrugserkennung im Onlinehandel

  • Betrug im Online-Handel verursacht Schäden in Milliardenhöhe
  • Unternehmen, Verbraucher und Politik erwarten Lösungen
  • SCHUFA hat nun mit dem SCHUFA-FraudPreCheck ein datenschutzkonformes System zur Betrugsmustererkennung zur Marktreife gebracht
  • Die überwiegende Mehrzahl der bisher erst im Nachhinein erkannten Betrugsfälle können mit dem neuen Verfahren bereits im Vorfeld vermieden werden
  • Die Lösung bietet eine deutliche Verbesserung beim Schutz der Verbraucher und der Unternehmen vor den Folgen von Betrug
  • SCHUFA-FraudPreCheck basiert auf modernsten wissenschaftlichen Verfahren, die gutachterlich als besonders geeignet und als auf dem neuesten Stand der Wissenschaft bestätigt wurden
  • Das Verfahren ist der zuständigen Aufsicht vorgestellt worden und für datenschutzrechtlich vertretbar erachtet worden

Massive Schäden für Wirtschaft und Verbraucher durch Betrug im Internet

Der Online-Handel boomt. Eine stetig steigende Zahl von Kunden weiß das bequeme und schnelle Bestellen im Internet zu schätzen. Doch der E-Commerce ist bedroht von Betrug. Bereits im Jahr 2014 lag der Schaden für Unternehmen allein in Deutschland bei 2,4 Milliarden Euro, Tendenz steigen (1). Unternehmensvertreter von Onlinehändlern sagen: wenn das Problem des Betrugs nicht gelöst wird, werden spürbare Preiserhöhungen sowie wesentliche Einschränkungen beim Komfort – so zum Beispiel dem komfortablen Bezahlen auf Rechnung, unangefochten auf Platz eins der beliebtesten Bezahlverfahren der Verbraucher – auf Dauer nicht zu vermeiden sein. Auch Verbraucher leiden unter den Folgen von Betrug. Einerseits müssen Sie höhere Preise zahlen, andererseits sind sie gerade durch den anwachsenden Identitätsbetrug belastet. Wenngleich sie dabei zwar nur selten einen unmittelbaren finanziellen Schaden erleiden, sind Aufklärung des Sachverhaltes und die Wiederherstellung der Bonität, die durch den Missbrauch der Identität vielfach zunächst unbemerkt beeinträchtigt worden ist, mit erheblichem Aufwand verbunden. Sorgen und Ärger können zudem eine erhebliche emotionale Belastung darstellen. Bereits 12 Prozent der Internetnutzer gaben an, schon Opfer von Identitätsmissbrauch gewesen zu sein (2).

Betrugsbekämpfung im Online-Handel bedeutet aktiven Verbraucherschutz

Dr. Michael Freytag, Vorstandsvorsitzender der SCHUFA Holding AG: „Cyberkriminalität bedroht zunehmend die digitale Welt. Insbesondere der Betrug im Internet richtet massive Schäden an, die Wirtschaft und Verbraucher bezahlen müssen. Die SCHUFA leistet mit dem neuen SCHUFA-FraudPreCheck. einen aktiven Beitrag zur effektiven Betrugsbekämpfung im Online-Handel. Schutz und Sicherheit für Wirtschaft und Konsumenten sind die wesentliche Grundlage eines funktionierenden E-Commerce.“

Laut Bundeslagebild des Bundeskriminalamtes (BKA) ist vor allem die Zunahme der bandenmäßigen Cyber-Kriminalität für das wachsende Problem verantwortlich. Verbraucherschützer und die Politik fordern daher seit geraumer Zeit von der Industrie Lösungen für eine effektivere Betrugsprävention und besseren Verbraucherschutz. Das BKA hält in seinem aktuell vorgestellten Lagebild Cybercrime 2017 eine enge und auch institutionelle „Kooperation zwischen den Sicherheitsbehörden und der Wirtschaft“ hierzu für erforderlich und bezeichnet sie als ein „Kernelement einer erfolgreichen Bekämpfung von Cybercrime“, dem „eine besondere Bedeutung“ zugesprochen werden muss.

Entwicklungsgemeinschaft stellt mit dem SCHUFA-FraudPreCheck wirksame Lösung vor

Die neue Lösung zur Betrugserkennung und -vermeidung durch Betrugsmustererkennung in Echtzeit wurde zusammen mit führenden E-Commerce-Unternehmen in Deutschland erarbeitet und zur Marktreife gebracht. Das als SCHUFA-FraudPreCheck (FPC) bezeichnete System kann als ergänzender Baustein einfach in die Risikomanagement- und Fraud-Präventions-Systeme von Unternehmen wie beispielswese Online-Händler, Telekommunikationsanbietern oder Zahlungsdienstleistern integriert werden.

Der FPC überprüft dazu in Echtzeit Anfragen an die Online-Bestellsysteme der teilnehmenden Unternehmen im Hinblick auf Auffälligkeiten sowie Ähnlichkeiten bezüglich bekannter Betrugsmuster. Durch die Auswertung relevanter Merkmale einer Bestellung und den Echtzeit-Vergleich mit gelernten unternehmensindividuellen Betrugsmustern kann ein Betrugsversuch bereits frühzeitig erkannt, und beispielsweise durch die Einschränkung der angebotenen Bezahlverfahren oder Verhinderung der Auslieferung an den Betrüger wirksam vermieden werden. Bereits während der Entwicklung des FPC hat sich in Tests gezeigt, dass die überwiegende Mehrzahl der bisher erst im Nachhinein als Betrug festgestellten Geschäftsvorfälle, die die an der Entwicklung beteiligten Unternehmen erlitten hatten, schon im Vorfeld hätten erkannt und somit verhindert werden können.

Die Speicherung der im Rahmen des FPC erhobenen Daten erfolgt in einem vom SCHUFA-Bonitätsdatenbestand unabhängigen System. Anfragen die im Rahmen des FPC gestellt werden sowie die für den FPC gespeicherten Daten, fließen nicht in die Bonitätsbeurteilung bei der SCHUFA ein.

Höchste Standards bei Datenschutz und Analyseverfahren

Mit dem SCHUFA-FraudPreCheck steht der Wirtschaft jetzt erstmals in Deutschland eine branchenübergreifende Lösung zur Verfügung, um sich und die Verbraucher noch wirksamer vor Betrug und dessen Folgen zu schützen. In den FPC sind einerseits die spezifischen Kenntnisse und Herausforderungen der Entwicklungspartner und andererseits das Know-how und die Expertise der SCHUFA aus den Bereichen Datenschutz, Entwicklung leistungsfähiger Algorithmen sowie moderner mathematisch-statistischer Verfahren zur Realisierung trennscharfer Datenanalysen und Prognosen eingeflossen.

Die Erfüllung sämtlicher Anforderungen des Datenschutzes war wie bei allen Produkten und Lösungen der SCHUFA auch beim FPC eine der wesentlichen Vorgaben bei der Entwicklung einer praxistauglichen Lösung zur Betrugsprävention im E-Commerce. Der FPC wurde der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, vorgestellt und von diesem als datenschutzrechtlich vertretbar bewertet.

Genauso wichtig war die zweifelsfreie Bewertung der Wissenschaftlichkeit und Eignung des Verfahrens. Diese wurde von einem ausführlichen und unabhängigen Gutachten des Instituts für Systemsicherheit der Technischen Universität Braunschweig untersucht und bestätigt. Das Gutachten besagt, dass das verwendete statistische Verfahren dem neuesten Stand der Wissenschaft entspricht, wissenschaftlich gut begründet wurde, zur Erkennung von betrügerischem Verhalten im Onlinehandel besonders geeignet sowie effektiv und effizient bei der Anwendung ist.

Das System, auf dessen Basis der FPC auffällige Anfragen von unauffälligen unterscheidet, wurde von Experten der SCHUFA mit realen, bei den Entwicklungspartnern identifizierten, Betrugsfällen trainiert. Das dem FPC zugrundeliegende Boosting-Verfahren ist sehr trennscharf in der Lage, innerhalb von Millisekunden den Unterschied zwischen einer ‚sicheren‘ Anfrage und einer nach definierten Betrugsmustern als ‚auffällig‘ zu bewertenden Anfrage zu erkennen. Dies wäre einem Menschen weder in Bezug auf die Zeit noch auf Qualität und Güte möglich. Da es sich beim FPC um ein von Experten trainiertes System handelt, ist eine Verselbständigung und damit ein Kontrollverlust ausgeschlossen, wie dies bei selbstlernenden KI-Verfahren passieren kann. Wir wissen, wie der Algorithmus arbeitet und können ihn auch erklären.

Schutz von Unternehmen und Verbrauchern vor Betrug von strategischer Bedeutung

Die SCHUFA bildet mit den an sie angeschlossenen Unternehmen seit ihrer Gründung 1927 eine wachsende Gemeinschaft, die sich dem Schutz von Unternehmen und Verbrauchern gleichermaßen verpflichtet sieht. Als neutraler und unabhängiger Partner stellt sie in den Bereichen Bonität, Identität und Betrugsprävention mit ihrer langjährigen Erfahrung und anerkannter Expertise Lösungen bereit, mit denen der Austausch entscheidungsrelevanter Informationen zwischen Marktteilnehmern datenschutzrechtlich zuverlässig und in besonderer Qualität möglich ist.

Gerade bei der branchenübergreifenden Betrugsvermeidung ist dieser Austausch essentiell und macht die effektive Reduktion wirtschaftlicher Risiken, zum Beispiel durch betrugsbedingte Zahlungsausfälle, sowie den Schutz der Verbraucher vor Missbrauch ihrer Identität überhaupt erst möglich.

Neben dem klassischen Auskunftei-Geschäft für Personen- und Unternehmensauskünfte baut die SCHUFA ihre Angebote in diesem Bereich auf Basis der hohen Nachfrage ihrer Vertragspartner nach entsprechenden Lösungen strategisch aus. Dabei sieht sie sich aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung auch als Vorreiter mit besonderer Verpflichtung zu Qualität und Verantwortung.

Bereits 2014 hat die SCHUFA den SCHUFA-FraudPool für den Bankensektor eingeführt. Mit dieser Lösung konnte bei den angeschlossenen Banken seither erfolgreich ein Schaden in Millionenhöhe vermieden werden. Hinzu kommen Lösungen z. B. für Identitätsprüfungen und den Jugendschutz.

Auch für Verbraucher bietet die SCHUFA in ihren meineSCHUFA Mehrwertpaketen Leistungen zur Prävention und Erkennung von Identitätsdiebstahl und Identitätsmissbrauch. Ebenso hilft sie durch einen kostenlosen Service Verbrauchern, die bereits Opfer von Identitätsbetrug geworden sind, vor Wiederholungsbetrug zu schützen.

Betrug im Online-Handel: Zahlen – Daten – Fakten

  • 2,4 Milliarden Schaden durch Betrug im Online-Handel (1)
  • 90 Prozent der Händler sehen in der Betrugsprävention eine relevante Herausforderung (3)
  • 3 Prozent aller Bestellungen im Online-Handel werden als Betrug klassifiziert (Dunkelziffer höher) (1)
  • 48 Prozent der Händler wurden schon Opfer von Fake-Identitäten oder falschen Adressangaben (1)
  • 35 Prozent der Händler beklagen Bonitätsbetrug (1)
  • 12 Prozent der Internetnutzer bereits von Identitätsmissbrauch betroffen (2)
  • 34 Prozent der Befragten haben Betroffene in Familie oder Freundeskreis (3)
  • 10 Prozent der Befragten haben durch den Datenmissbrauch einen finanziellen Schaden erlitten (3)
  • 81 Prozent beklagen Aufwand, die Angelegenheit zu klären (3)

(1) bbw Hochschule Berlin 2014

(2) forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH, SCHUFA Kredit-Kompass 2018

(3) ECC-Payment-Studie Vol. 22 und HDE-Online-Monitor 2018