#GemeinsamGegenBetrug: Wie man sich vor Identitätsbetrug schützen kann

Name, Anschrift oder Geburtsdatum - mehr braucht es heutzutage nicht für einen Identitätsklau. In dem Buch „Die Cyber-Profis“ zeigt Cem Karakaya, langjähriger Interpol-Mitarbeiter und Präventionsexperte der Münchner Polizei gemeinsam mit der Journalistin Tina Groll - selbst Betroffene von Identitätsmissbrauch - auf, wie erschreckend leicht es Kriminelle im Netz haben. Gestohlene Daten, die für Betrug, Stalking, Mobbing oder digitale Erpressung missbraucht werden; Haushalts- und Gebrauchsgegenstände, die ganze Bewegungs- und Persönlichkeitsprofile über uns erstellen; Verträge, die unter fremden Identitäten abgeschlossen werden.

Wie man sich schützen kann

Klar ist: Man kann nicht verhindern, Opfer von Internetkriminalität zu werden. Man kann auch keinen Identitätsdiebstahl vorab erkennen. Aber man kann es den Kriminellen etwas schwerer machen. Erstens sollte man daher alle Geräte mit einer Antivirensoftware, einer Firewall und allen Updates aktuell halten. Updates zu machen, ist so etwas, wie die Haustür abzuschließen, ehe man die Wohnung verlässt. Allerdings soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass Hersteller mitunter Sicherheitslücken zu spät entdecken oder Updates zu spät veröffentlichen. Einen vollumfassenden Schutz gibt es insofern auch hier nicht.

Zweitens sollte man nie ohne Not personenbezogene Daten veröffentlichen. Und dazu gehört auch das Geburtsdatum. Außerdem sollte man stets kritisch hinterfragen, warum diese Angaben gerade benötigt werden und ob man bestimmte Daten an dieser Stelle wirklich preisgeben muss? Viele Dienste sammeln zwar gerne persönliche Daten wie das Geburtsdatum. Es ist aber gar nicht erforderlich. Dann gibt man eben ein falsches Geburtsdatum an. Macht sich zum Beispiel jünger oder älter.

Drittens kann es nicht schaden, sich regelmäßig über Phishing zu informieren. Dazu gehört, keine Links leichtfertig anzuklicken, keine Anhänge zu öffnen, wenn man den Absender nicht kennt, und Software nur von vertrauenswürdigen Websites herunterzuladen. Links kann man vor dem Öffnen erst einmal in der Browser-Betreffzeile überprüfen. Oder einfach selbst die URL eingeben, dann landet man auch nicht auf gefälschten Seiten – es sei denn, man gibt die Adresse dafür selbst ein.

Viertens sollte man regelmäßig die Passwörter wechseln, auch wenn es schwer fällt. Wichtig ist dabei, dass das Passwort kryptisch sein sollte, also mit Zahlen, Zeichen, Groß- und Kleinschreibung versehen. Dazu gehört auch, dass man verschiedene Passwörter für verschiedene Dienste benutzt und nicht dasselbe für alle möglichen Anwendungen.

Fünftens sollte man regelmäßig eine Selbstauskunft von Auskunfteien anfordern und die hier gespeicherten Daten überprüfen. Seit dem Jahr 2010 haben Verbraucher hierzulande einen Anspruch auf eine kostenlose Selbstauskunft. Sie kann Hinweise darauf liefern, ob falsche Daten im Umlauf sind oder nicht.

Augen auf im Netz

Und ansonsten gilt: Augen auf im Netz. Wer viel online einkauft, sollte sparsam mit seinen Daten sein und zum Beispiel darauf achten, nicht alles leichtfertig bei einem Bestellvorgang anzuklicken. Hilfreich ist es auch, eine oder mehrere Spammailadressen zu haben. Dann muss man im Missbrauchsfall nur eine neue Wegwerfadresse einrichten.

Fazit: Man kann also einiges für die eigene Sicherheit im Netz tun.

Der gesamte Beitrag ist in dem Buch „Betrug in der digitalisierten Welt“ erschienen.