Gemeinsam gegen Betrug: Betrugsprävention für Kreditinstitute

Täglich hat es die Kreditwirtschaft mit Betrügern zu tun, die versuchen, sich mittels gefälschter Identität oder Unterlagen Kredite zu erschleichen. Ausweise und Gehaltsabrechnungen stehen ganz oben auf der Rangliste der manipulierten Dokumente. Werden die Betrugsversuche rechtzeitig identifiziert, kann Schaden vermieden werden. Nimmt die Bank am SCHUFA-FraudPool teil, schützt sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere Kreditinstitute vor Betrügern und den Verbraucher vor höheren Preisen.

Die moderne Technik erleichtert Delikte wie Identitätsdiebstahl oder das Kopieren und Fälschen von Dokumenten. Die Internationalisierung der organisierten Kriminalität erschwert zudem Kontrollen und das Verhindern von Geldwäsche. Kreditinstitute sind deshalb immer mehr darauf angewiesen, Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen. Auch der ehrliche Verbraucher will nicht – über höhere Preise – indirekt für Schäden durch Betrüger aufkommen.

Regularien, z.B. aus dem Kreditwesengesetz (KWG) verlangen von den Kreditinstituten, angemessene Geschäftsgrundsätze und Verfahrensweisen zu etablieren, die einen hohen ethischen Standard im Finanzsektor fördern. Es soll verhindert werden, dass die Institute - mit oder ohne Vorsatz - für das Begehen strafbarer Handlungen genutzt werden. In diesem Zusammenhang achten auch Wirtschaftsprüfer vermehrt auf die Erfüllung der entsprechenden gesetzlichen Vorgaben: Gemäß Compliance-Vorschriften müssen Institute über ein angemessenes Risikomanagement sowie über Verfahren und Grundsätze verfügen, die der Verhinderung u. a. von sogenannten „sonstigen strafbaren Handlungen“ dienen.

Als Informationsdienstleister für die kreditgebende Wirtschaft und Verbraucher bietet die SCHUFA seit langem eine Vielzahl an Produkten und Leistungen rund um Identitätsschutz und Betrugsprävention. Damit leistet die SCHUFA einen Beitrag, sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen vor Betrug und seinen Folgen zu schützen. Der SCHUFA-FraudPool bietet Banken, Kreditinstituten und Finanzdienstleistern die Möglichkeit, Informationen zu konkreten Betrugsversuchen und –verdachtsfällen datenschutzkonform auszutauschen.

Betrugsbekämpfung gewinnt für die Kreditwirtschaft an Bedeutung

Betrüger werden oft nicht nur bei einem sondern gleich bei mehreren unterschiedlichen Kreditinstituten vorstellig. Daher ist es sinnvoll, Erkenntnisse über Betrug- und Betrugsverdachtsfälle schnell miteinander teilen und einander warnen zu können. Der SCHUFA-FraudPool setzt hier an, denn er basiert auf dem Gegenseitigkeitsprinzip: Seit Juli 2014 können Banken betrugsrelevante Informationen datenschutzkonform und standardisiert einmelden und miteinander austauschen – ein zentraler Baustein bei der Betrugsprävention. Der rechtliche Rahmen wird im Wesentlichen durch das Bundesdatenschutzgesetz sowie das Kreditwesengesetz abgesteckt. Das Ziel: die Tat zu vereiteln, eine Wiederholung zu verhindern und den Schaden möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen.

Stephan R. Peters, Leiter Geschäftsfeldentwicklung/Produktmanagement bei der SCHUFA, erklärt die technischen Voraussetzungen für den schnellen Informationsaustausch zur Betrugsprävention: „Wichtig für ein reibungsloses und vor allem schnelles Procedere ist die Anbindung an den FraudPool über die bereits bestehende SCHUFA-Schnittstelle. Dies ermöglicht eine SCHUFA-Auskunft in Echtzeit samt zusätzlichem Hinweis auf einen Fraud-Verdacht: falls dieser im SCHUFA-FraudPool vorliegt, wird diese Information direkt an den Fraud-Manager des anfragenden Instituts übermittelt. Es werden also bereits bewährte Strukturen genutzt und zusätzlich technischer und personeller Aufwand vermieden.“

Mit jedem neu an den SCHUFA FraudPool gemeldeten Fall liefert die Datenbank mehr wertvolle Erkenntnisse über Betrugsverdachtsfälle. Eine Vielzahl an Kreditinstituten sowie verschiedene Landeskriminalämter reichern den Pool inzwischen mit Fraud-Fällen an. Jede einzelne Institution leistet so einen wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft.

Schutz auch für Verbraucher

Neben der Unterstützung von Kreditinstituten bei der Erkennung und Vermeidung von Betrugsfällen hat der SCHUFA-FraudPool noch eine weitere wichtige Funktion: er schützt Verbraucher vor den Folgen von Identitätsdiebstahl. Versucht zum Beispiel jemand mit einer gestohlenen Identität bei einer Bank ein Konto zu eröffnen, meldet der geschulte Fraud-Manager der Bank sowohl den Betrugsverdacht als auch die gestohlene Identität in den SCHUFA-FraudPool ein. Verbraucher, die Opfer eines solchen Identitätsdiebstahls wurden, werden von der SCHUFA aktiv darüber informiert, dass sie scoreneutral im FraudPool gespeichert wurden. Jeder Verbraucher kann dann selbst entscheiden, ob diese Information weiterhin im SCHUFA-FraudPool gespeichert bleiben soll. Die Speicherung des Verbrauchers als Opfer von Identitätsdiebstahl hilft, zukünftigem Missbrauch der Daten vorzubeugen.

Der SCHUFA-FraudPool: Vorteile auf einen Blick

Für Banken und Kreditinstitute:

  • Rechtskonforme Erfüllung der Anforderungen aus dem § 25h KWG
  • Gegenseitiger Informationsaustausch im Einklang mit rechtlichen Normen (KWG / GWG / BDSG) und Banken-AGB
  • Erhöhung der Hinweise auf ungewöhnliche und zweifelhafte Sachverhalte
  • Schutzfunktion für (eigene) Kunden durch Einmeldemöglichkeit von Identitätsbetrugsopfern

Für Verbraucher:

  • Schutz vor (weiterem) Missbrauch ihrer Identität durch Einmeldung durch die Bank als Identitätsbetrugsopfer
  • Günstige Preise und Konditionen, da Ausfallrisiken durch Betrugsprävention minimiert werden und Kosten so nicht an ehrliche Kunden weitergegeben werden müssen

Der SCHUFA-FraudPool in Zahlen:

  • 23.507 gemeldete Betrugsfälle bisher
  • 46.946 Hinweise zu betrugsrelevanten Vorgängen
  • 1.862 Personen als Identitätsbetrugsopfer gemeldet
  • 79 % der im SCHUFA-FraudPool registrierten Betrugsverdachtsfälle stehen im Zusammenhang mit Bonität
  • 19% fallen unter die Betrugs-Kategorie "Identität"

Stand: Mai 2018

 

 

Veröffentlicht am 06.12.2016, aktualisiert am 22.05.2018