Datendiebstahl im Netz: Wie man sich schützen kann.

Egal ob soziale Kontakte pflegen, Nachrichten versenden, einkaufen oder Bankgeschäfte tätigen: Immer mehr Alltagsaktivitäten finden heute im Internet statt. Doch was für uns Verbraucher so bequemen ist, eröffnet auch neue Wege für Kriminelle.

Straftaten im Internet sind ein zunehmendes Problem. Für das Jahr 2016 registrierte die polizeiliche Kriminalstatistik insgesamt 82.649 Straftaten im Bereich Cybercrime im engeren Sinne, das ist eine Zunahme von über 80 Prozent gegenüber der Vorjahresstatistik. Fast ein Viertel (23 Prozent) davon waren Fälle, in denen Daten ausgespäht ,abgefangen oder betrügerisch eingesetzt wurden. Die Dunkelziffer ist laut BKA vermutlich deutlich größer, da nur ein Bruchteil der Straftaten in diesem Bereich überhaupt bekannt bzw. zur Anzeige gebracht wird. [Quelle: Bundeskriminalamt: Cybercrime 2016]

Cybercrime auf dem Vormarsch

Der Datenklau hat oft schwerwiegende Folgen für die Betroffenen: den gezielten Identitätsmissbrauch. Hierbei nutzen Kriminelle die persönlichen Daten ihrer Opfer, um z.B. in deren Namen Waren zu bestellen und Verträge zu schließen. Laut einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag der SCHUFA haben 11 Prozent der Befragten schon einmal erlebt, dass Unbekannte online auf ihren Namen eingekauft haben. Das Opfer bekommt hiervon in der Regel erst etwas mit, wenn plötzlich Rechnungen oder Mahnungen von ihnen unbekannten Firmen im Briefkasten sind. Der Aufwand, der betrieben werden muss, um den Sachverhalt aufzuklären, ist dann meist groß.

Wie kann ich mich schützen?

Wer mehr Sicherheit für seine Daten im Internet möchte oder bereits Opfer von Identitätsbetrug geworden ist, kann das meineSCHUFA plus-Paket nutzen. Der darin enthaltene SCHUFA-UpdateService informiert umgehend per E-Mail oder SMS, wenn ein Unternehmen eine Anfrage stellt oder sich Daten zur Person ändern. So kann man umgehend prüfen, ob man für die Anfrage selbst verantwortlich ist, weil man gerade z.B. einen Kauf auf Rechnung durchgeführt hat oder aber ob ein unberechtigter Dritter die persönlichen Daten für seine Zwecke missbraucht.

Ebenfalls im meineSCHUFA plus-Paket enthalten ist der IdentSafe Monitor, der auf Wunsch das Internet - inklusive Deep Web und Darknet - auf unberechtigt veröffentlichte persönliche Daten wie z.B. Kontonummer, Kreditkartennummer oder Ausweisnummer durchsucht.

Tauchen die Daten an kritischen Stellen im Internet auf, erfasst der Monitoring-Service dies und informiert den Betroffenen umgehend per E-Mail oder SMS. So kann der Betroffene reagieren, bevor ihm ein Schaden entsteht: Unter einer 24-Stunden-Hotline beraten Experten individuell zum Thema Identitäts- und Datenschutz und helfen im Fall der Fälle richtig zu reagieren. Außerdem erhält der Betroffene Unterstützung bei der Bereinigung der Spuren von Identitätsmissbrauch im Internet.

Opfer sollten Anzeige erstatten und Betrugsfall melden

Wer Opfer von Identitätsbetrug geworden ist, sollte diesen auf jeden Fall zur Anzeige bei der Polizei bringen. Die SCHUFA bietet zudem einen weiteren Service für Personen, die bereits Opfer von Identitätsmissbrauch geworden sind. Diese können sich bei der SCHUFA aktiv melden und mit einem speziellen Eintrag vor Wiederholungsbetrug schützen lassen. Voraussetzung für eine Einmeldung ist, dass das Opfer zuvor Strafanzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft gestellt hat. Ist ein Verbraucher als Identitätsbetrugsopfer bei der SCHUFA registriert, erhalten Vertragspartner der SCHUFA einen entsprechenden Hinweis, wenn sie zu der Person eine Anfrage stellen. So können sie reagieren und die Identität prüfen, bevor sie eine Bestellung annehmen oder einen Vertrag abschließen.

Was kann ich noch tun?

Es gibt einige Verhaltensregeln, die das Risiko minimieren können, dass die eigenen Daten gestohlen und für kriminelle Zwecke missbraucht werden.

Technische Maßnahmen:

  • Installieren Sie eine aktuelle Anti-Viren-Software. Halten sie diese durch Updates immer auf dem neuesten Stand!
  • Schützen Sie Ihre Geräte mit einer Firewall!
  • Konfigurieren Sie Ihren Browser so, dass Sie nicht dringend benötigte Plug-Ins und Funktionen deaktivieren!
  • Halten Sie Ihre Betriebssystem und alle installierten Programme auf dem aktuellen Stand, installieren Sie regelmäßig Patches und Updates!
  • Installieren Sie nur Programme aus vertrauenswürdigen Quellen auf dem Gerät!

Verhaltensmaßnahmen:

  • Öffnen Sie keine E-Mails mit Anhängen, denen Sie nicht vollkommen vertrauen und seien Sie vorsichtig, wenn eine der folgenden Aussagen auf die E-Mail zutrifft:
    • Sie stammt von einem unbekannten Absender
    • Sie enthält orthografische Fehler
    • Sie ist in einer fremden Sprache geschrieben
    • Sie hat einen sinnlosen Betreff
    • Es handelt sich um eine Ihnen unbekannte Mahnung
    • Es handelt sich angeblich um eine „dringende“ oder „letztmalige“ Aufforderung zur Zahlung einer offenen Rechnung/ Mahnung
    • Sie werden aufgefordert, Ihre Kontodaten oder sonstige Zugangsdaten anzugeben
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Kontoauszüge und die Kreditkartenabrechnung!
  • Ändern Sie Passwörter regelmäßig. Sichere Passwörter sollten sowohl Zahlen als auch Groß- und Kleinbuchstaben enthalten und aus mindestens 8 Zeichen bestehen!
  • Vermeiden Sie die unnötige Weitergabe von privaten Daten im Netz!
  • Machen Sie sich über die Vertrauenswürdigkeit von Onlineshops und Anbietern kundig. Sind alle angeforderten Daten für das Geschäft wirklich notwendig?
  • Wählen Sie eine sichere und datensparsame Bezahlmethode.

 

Veröffentlicht am 23.12.2016, aktualisiert am 12.10.2017