Digitale Wirtschaftsauskünfte: Entscheidungsgrundlage mit Menschenkenntnis.

Vertrauen ist ein wichtiger Faktor zwischen Geschäftspartnern – auch und vor allem in Zeiten der Digitalisierung. Sie bringt nicht nur beschleunigte Prozesse und eine Erweiterung des Kundenstamms, sondern auch immer unpersönlichere Geschäftsbeziehungen mit sich. Die Risiken, dass Liquiditätsprobleme beim Geschäftspartner zu spät erkannt werden, steigen.

Am größten ist der Unsicherheitsfaktor beim Neukundengeschäft. Für Unternehmen, die Geschäfte mit anderen Unternehmen machen (das so genannte „Business to Business“, kurz B2B) ist das Risiko bei einem Zahlungsausfall besonders groß, da es im B2B meist um deutlich höhere Summen geht als im Geschäft mit Privatpersonen. Die SCHUFA mit ihren digitalen Wirtschaftsauskünften unterstützt die Auswahl der richtigen Kunden. Diese liefern Unternehmen binnen Sekunden eine aussagekräftige Grundlage für die Entscheidung, ob sie eine Geschäftsbeziehung eingehen wollen oder nicht. Durch die Kombination von Unternehmensinformationen, die aus öffentlichen Quellen und von vertrauenswürdigen Partnern kommen, mit Informationen aus der SCHUFA-Personendatenbank, können auch zu kleinen und mittelständischen Unternehmen und Neugründungen aussagekräftige Auskünfte erstellt werden.

Interview mit Grit Bantow, Leiterin Center of Competence B2B, SCHUFA Holding AG

Frau Bantow, warum sind Informationen zu Geschäftspartnern in Echtzeit so wichtig für Unternehmen?

Jeder Auftrag, bei dem ein Unternehmen zum Beispiel Waren produziert oder liefert und der Kunde erst später bezahlt, ist zunächst einmal ein Kredit bzw. eine unbezahlte Rechnung und damit eine Nichtzahlung, also ein Risiko für das liefernde Unternehmen. Die Information, ob das Risiko bei einem Neukunden tragbar ist, bzw. ob ein Stammkunde seine Rechnung noch immer zuverlässig zahlen kann, muss heute auch bei Geschäften zwischen Unternehmen so schnell gehen, wie wir es als Privatkunden zum Beispiel auch beim Online-Shopping gewohnt sind. Wenn Informationen über die Bonität von Unternehmen erst aufwändig manuell und telefonisch recherchiert werden, verlieren Unternehmen und Kreditinstitute für diese Informationsbeschaffung und Auswertung wertvolle Zeit. Werden Auskünfte aber wie bei der SCHUFA kontinuierlich digital aktualisiert, gespeichert und verarbeitet, können sie auch sofort nach der Anfrage übermittelt werden und Entscheidungen erheblich beschleunigen.

Aus welchen Quellen bezieht die SCHUFA diese digitalen Daten zu Unternehmen?

Die SCHUFA greift auf ein umfangreiches Netzwerk zurück, über das Unternehmensinformationen tagesaktuell eingeliefert werden. Aktuell können wir zu 5,2 Millionen Unternehmen sowohl aus dem Handelsregister, als auch zu Kleingewerbetreibenden, Selbstständigen und Freiberuflern aktuelle Wirtschaftsauskünfte liefern, anhand derer Risiken sehr genau eingeschätzt werden können. Diese Auskünfte beinhalten Informationen zu Stamm- und Kommunikationsdaten, Geschäftszahlen, Bilanzen, Verträgen und Registerbekanntmachungen bis hin zu Niederlassungen, Beteiligungen und der Unternehmens-Chronologie. Wir verfügen über Bonitätsinformationen zu den Organen bzw. der Unternehmensleitung dieser Unternehmen und können diese mit den Informationen aus der Unternehmensdatenbank kombinieren.

Sie sprechen von „Wirtschaftsauskünften mit Menschenkenntnis“ – was hat es damit auf sich?

Auskünfte zu Privatpersonen sind seit jeher das Kerngeschäft der SCHUFA und dieses Know-How lassen wir auch in unsere Unternehmensauskünfte einfließen Wir speichern aktuell bonitätsrelevante Informationen zu 66,4 Millionen Menschen, die uns unsere rund 9.000 Vertragspartner nach dem Gegenseitigkeitsprinzip tagesaktuell melden. So werden die entsprechenden Informationen auch gleichzeitig validiert. Und, besonders spannend: Mit der Kombination von Unternehmens- und Bonitätsinformationen zu Personen aus der Führungsebene gewährt die SCHUFA einen Blick hinter die Kulissen von Unternehmen.

Was ist der Vorteil, wenn Unternehmensinformationen mit Personeninformationen kombiniert werden?

Auch zu Unternehmensneugründungen können wir ab dem ersten Tag digital und in Echtzeit eine verlässliche Bonitätsauskunft liefern. Dies wäre sonst schwierig, da bei Neugründungen in der Regel weder zur Geschäftsführung noch zum Unternehmen Informationen zur Zahlungshistorie vorliegen, um die Zahlungsfähigkeit einschätzen zu können. Indem wir Bonitätsinformationen zu den Organen bzw. der Unternehmensleitung aus dem SCHUFA-Personendatenbestand mit den Informationen aus der Unternehmensdatenbank kombinieren, liefern wir besonders zu kleinen Firmen mit weniger als 20 Mitarbeitern wichtige Erkenntnisse. Diese Unternehmen machen in Deutschland immerhin einen Anteil von 90 Prozent aus. Informationen zu Führungskräften sind deshalb so relevant für die Bonitätsbeurteilung, da das private Finanzverhalten von Entscheidern, insbesondere von Inhabern, einen starken Einfluss auf deren Finanzverhalten im Geschäftlichen hat. Je kleiner ein Unternehmen ist, desto wichtiger sind die Führungskräfte, die über seine Geschicke entscheiden. Für Unternehmen bedeuten die digitalen Wirtschaftsauskünfte der SCHUFA also nicht nur einen Zeit-, sondern auch einen Wissensvorsprung.