Großprojekt Hausbau: So lassen sich finanzielle Risiken für private Bauherren minimieren.

Estrich, Installationen, Heizungs- und Sanitärarbeiten – wer baut, saniert oder renoviert ist auf professionelle Handwerker angewiesen. Gut, wenn man sich auf den Betrieb verlassen kann, auch in finanzieller Hinsicht. Doch woher wissen Bauherren im Voraus, ob der Dienstleister ihres Vertrauens dies auch verdient und nicht kurz vor der Insolvenz steht?

„Hinterher weiß man immer mehr“, seufzt Alexander V. Seine Frau Steffi und er hatten ihre kleine Mietwohnung schon gekündigt und saßen mit der sechsjährigen Tochter, die bald ein Brüderchen bekommen sollte, auf gepackten Koffern. Der Rohbau stand schon, bisher war alles nach Zeitplan gelaufen. Doch dann gab es keinen Fortschritt mehr auf der Baustelle – die Handwerker kamen zunächst nur noch sporadisch - und schließlich gar nicht mehr. Warum der Bau ins Stocken geraten war, erfuhren die beiden erst aus der Zeitung: Das Bauunternehmen war pleite, das Insolvenzverfahren bereits eröffnet. Eine finanzielle Katastrophe für die kleine Familie, die einen Großteil schon im Voraus bezahlt hatte, weil das Bauunternehmen mit einem attraktiven Rabatt lockte. Was Alexander und Steffi nicht wussten: Überzahlungen sind laut Verband Privater Bauherren (VPB) e.V. bei Insolvenz eines Unternehmens verloren.

Finanziell vertrauenswürdig?

Zu allem Übel mussten die beiden nun ihren Mietvertrag verlängern und auf eigene Kosten ihr Bauprojekt mit einem neuen Dienstleister abschließen, um noch vor der Geburt des Babys umziehen zu können. Diesmal ging das Paar jedoch auf Nummer Sicher „Von Freunden hatten wir erfahren, dass man einem Bauunternehmen nicht blind vertrauen muss. Wir hatten uns zwar vorher erkundigt, aber die schlechte Erfahrung hat uns jetzt gelehrt, sehr genau hinzuschauen!“ Bei der SCHUFA forderten die beiden eine Unternehmensauskunft über die Baufirma an und bekamen neben den wichtigsten Bonitätsinformationen auch Zahlungserfahrungen und Geschäftszahlen sowie Informationen zum Geschäftsführer und Gesellschafter des neuen Bauunternehmens.

„Eine drohende Insolvenz hätten wir so auf jeden Fall rechtzeitig erkannt,“ sagt Steffi V., die ein solches Risiko nicht noch einmal eingehen, sondern ein vertrauenerweckendes Unternehmen beauftragen wollte. Die Basis dieses Vertrauens bilden aktuelle, verlässliche Daten zu mehr als 5,2 Mio. deutschen Unternehmen, Kleingewerbetreibenden, Selbstständigen und Freiberuflern – also auch Einzelunternehmern, die ein Handwerk betreiben. Wie das Bauunternehmen, das Familie V. dank der SCHUFA-Unternehmensauskunft mit der Fertigstellung beauftragte – guten Gewissens und mit einem Happy End:

Familie V. lebt inzwischen zu viert in ihrem Traumhaus. Steffi und Alexander V. sind sich einig, auch bei künftigen Reparaturen holen sie künftig erst einmal eine Unternehmensauskunft über die möglichen Handwerksbetriebe ein. „Anhand der Informationen in der Auskunft wussten wir, dass wir dem Unternehmen vertrauen können – und so konnten wir eine fundierte Entscheidung treffen,“ beurteilt Alexander V. das Angebot der SCHUFA.

Tipps für Bauherren

1. Werfen Sie einen Blick in die Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV). Sie regelt beispielsweise, wie Bauträger die eingenommenen Beträge verwalten müssen und wann Zahlungen in welcher Höhe frühestens fällig gestellt werden dürfen.

2. Informieren Sie sich vor der Beauftragung über das Unternehmen, beispielsweise mit der SCHUFA-Unternehmensauskunft, und fragen Sie das Unternehmen zusätzlich nach Referenzprojekten jüngeren Datums.

3. Vereinbaren Sie vertraglich einen realistischen Zahlungsplan und setzen Sie Abschlagszahlungen nicht zu hoch an.

4. Ziehen Sie einen Bausachverständigen und vor der Unterschrift des Bauvertragsentwurfs idealerweise auch Ihren Anwalt zu Rate.

5. Vereinbaren Sie mit Unterstützung Ihres Anwalts Sicherheiten, spezielle Versicherungen, Sonderkündigungen und Vertragsstrafen.

6. Leisten Sie keine Vorkasse; schon gar nicht in voller Höhe.

7. Bezahlen Sie vereinbarte Abschlagssummen erst, nachdem Ihr Bausachverständiger überprüft hat, dass die Rechnung dem Zahlungsplan entspricht und die Bauarbeiten sachgerecht und ohne Mängel ausgeführt wurden.

8. Lassen Sie sich nie auf Schwarzzahlungen ein.

9. Behalten Sie Ihre Baustelle stets im Blick und kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen, ob es mit dem Bau gemäß Zeitplan vorangeht.

10. Werden Sie hellhörig, wenn der Bauleiter oder die Firma schwer zu erreichen sind.

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