Forsa-Umfrage: Junge Konsumenten fordern mehr Aufklärung rund um Finanzthemen

Wie sicher sind Jugendliche im Umgang mit Geld? Unter diesem Leitgedanken hat das forsa-Institut im Auftrag der SCHUFA-Bildungsinitiative WirtschaftsWerkstatt über 500 junge Erwachsene im Alter zwischen 16 bis 25 Jahren befragt.

Junge Konsumenten im Fokus

Kleidung, Kino, Konzerte: Jugendliche konsumieren regelmäßig und gerne. Doch wie sicher sind sie dabei im Umgang mit ihrem Geld? Verfügen sie über die notwendigen Kenntnisse, um wichtige Verträge abzuschließen? Und wer unterstützt sie in Finanzfragen? Die Antworten darauf gibt eine aktuelle Umfrage des forsa-Instituts, die im Auftrag der SCHUFA über 500 junge Erwachsene im Alter zwischen 16 bis 25 Jahren befragt hat.

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Jugendliche gehen vor allem online auf Shoppingtour

Ein wichtiges Ergebnis: Jugendliche tätigen ihre Einkäufe zunehmend online. 70 Prozent der jungen Erwachsenen kaufen technische Geräte bereits über das Internet ein. Auch Eintrittskarten, Musik, Reisen und Mahlzeiten werden von der Mehrheit der Umfrageteilnehmer online bestellt. Lediglich beim Erwerb von Lebensmitteln (97 Prozent) und Kleidung (95 Prozent) lassen sich die jungen Leute in den Geschäften vor Ort zum Kauf inspirieren.

Online einkaufen mit Smartphone und Tablet

Für ihren Online-Einkauf nutzen die jungen Erwachsenen bereits sehr stark auch mobile Endgeräte. Per Smartphone oder Tablet werden insbesondere die Käufe von elektronischen Geräten (44 Prozent), Musik (44 Prozent) sowie Kino,- Konzert-, und Theaterkarten (42 Prozent) abgewickelt.

Nur Bares ist Wahres

Beim Bezahlen setzen Jugendliche vor allem auf etablierte Methoden: 82 Prozent von ihnen bezahlen am häufigsten mit Bargeld. Bei 49 Prozent der jungen Erwachsenen kommt auch die EC-Karte regelmäßig zum Einsatz. Lediglich 8 Prozent der Studienteilnehmer begleichen ihre Rechnung vor allem per Kreditkarte. Die Bezahlart des Mobile Payments über einen dritten Dienstleister wie Paypal nehmen 28 Prozent der Jugendlichen häufig in Anspruch. Digitale Bezahllösungen mittels App nutzen junge Konsumenten sehr zurückhaltend: Nur sechs Prozent der 16 bis 25 Jährigen gaben an, das Smartphone häufig für den Bezahlvorgang zu verwenden, 68 Prozent nutzen keine entsprechenden Apps.

Sorgloser Onlinekonsum birgt Risiken

Online-Shopping macht es durch die vielfältigen Möglichkeiten gerade jungen Konsumenten schwer, einen Überblick über die eigenen Finanzen zu behalten. So werden mögliche Risiken und Fallstricke beim Online-Einkauf oft einfach außer Acht gelassen: Wie wichtig es ist, sich zum Beispiel die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Online-Shops durchzulesen, bevor man zustimmt und mit einem Klick den Kaufvertrag bestätigt, darauf machte Dr, Michael Freytag, Vorstandsvorsitzender der SCHUFA Holding AG Schülerinnen und Schüler während der offiziellen Veröffentlichung der Studienergebnisse in Berlin aufmerksam.

Große Wissenslücken beim Abschluss von Verträgen

Auch beim Abschluss wichtiger Verträge im Konsumbereich gibt es bei jungen Menschen entscheidende Wissenslücken. Laut forsa-Umfrage wissen nur 22 Prozent der jungen Erwachsenen, was ein Ratenkauf-Vertrag beinhaltet. Und lediglich 14 Prozent der Befragten sind sicher in der Lage, einen Bankkredit aufzunehmen. Immerhin 67% fühlen sich bei Vertragsabschlüssen wie z.B. Handy- oder Mietverträgen sicher.

Wunsch nach kompetenter Unterstützung

Die Studie zeigt: trotz aktiven Konsums sind Jugendliche häufig noch unsicher, die Mehrheit der Befragten (62 Prozent) fühlt sich schlecht über Finanzthemen informiert. 72 Prozent der jungen Erwachsenen wünschen sich deshalb alltagsnahe und verständliche Angebote, die ihr Finanzwissen schulen. „Die jungen Erwachsenen wollen sich in Geldangelegenheiten sicherer fühlen und erwarten von ihren Lehrern, dass sie ihnen dabei helfen, sagte forsa-Chef Prof. Dr. Manfred Güllner. „Ich empfinde es als wichtig, dass Schulen hier eine Hilfestellung erhalten, wie die SCHUFA es mit ihren Initiativen ‚WirtschaftsWerkstatt‘ und ‚SCHUFA macht Schule‘ bietet, so dass Schulen und Lehrer die Erwartungen der Schüler erfüllen können“, teilte der Gründer des forsa-Instituts weiter mit.

Forderung nach mehr Aufklärung im Schulunterricht

Bei der Vermittlung von Finanzwissen sind insbesondere die Bildungseinrichtungen gefordert, denn die Umfrage zeigt: Für die Mehrzahl der Befragten (88 Prozent) ist zwar die eigene Familie immer noch die wichtigste Informationsquelle, wenn es um das Thema Geld geht. Allerdings sehen zugleich 78 Prozent der Befragten ihre Lehrer als glaubwürdige Informationsquelle an. Nur 12 Prozent der jungen Menschen haben jedoch Informationen zum Umgang mit Finanzen in der Schule erhalten.

WirtschaftsWerkstatt stellt Lernmaterial zur Verfügung

Die WirtschaftsWerkstatt unterstützt Jugendliche beim Stärken ihrer Finanzkompetenzen und bietet ihnen praktische Tipps und Infos aus ihrem Umfeld. Das Programm „SCHUFA macht Schule“ stattet Lehrkräfte mit komplett ausgearbeitetem Lehrmaterial für ihren Unterricht aus. Mithilfe des Materials können die Lehrerinnen und Lehrer alle wichtigen Finanzthemen erlebnisreich in das Unterrichtsgeschehen integrieren.

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