Risikomanagement für Unternehmensgründer: Wie man Zahlungsausfällen vorbeugt

Ob Neukunde oder Lieferant – auf beide sind Unternehmensgründer angewiesen. Ein Vertrauensvorschuss ist daher schnell gewährt, birgt aber das Risiko von Zahlungsausfällen. Gründer sollten bereits vor dem Vertragsabschluss die Bonität ihrer Geschäftspartner prüfen.

Frederick P. ist stolz: Die ersten Bikes seiner kleinen Rennrad-Manufaktur sind in den ersten Fahrradläden zu finden und haben schon einige begeisterte Käufer gefunden. Soweit so gut – doch haben zwei von vier Läden ihre Rechnungen noch nicht gezahlt. Frederick hatte sich in seiner Euphorie auf den Handschlag unter befreundeten Geschäftsleuten verlassen. Nun sitzt er auf seinen Rechnungen und kann gerade jetzt in der ersten wichtigen Phase Bestellungen nicht ausführen, weil er die nötigen Fahrradkomponenten nicht bezahlen kann. Er bereut seine Gutgläubigkeit, die ihn nun seine Existenz kosten könnte.

Vertrauen ist gut …

Grundsätzlich ist Vertrauen eine solide Geschäftsgrundlage – vorausgesetzt, es ist auch gerechtfertigt. Dies lässt sich mit Hilfe von Bonitätsauskünften wie der SCHUFA-Unternehmensauskunft schnell feststellen. Sie enthält die wichtigsten wirtschaftlich relevanten Informationen zum angefragten Unternehmen und hilft dabei, das Risiko eines Zahlungsausfalls so gering wie möglich zu halten: Neben Name und Sitz des Unternehmens, der Rechtsform und Branche finden sich in den Bonitätsinformationen Angaben zum bisherigen Zahlungsverhalten. Die Geschäftszahlen geben Auskunft über den Umsatz, das Stammkapital und die Anzahl der Mitarbeiter des Unternehmens. Aufschlussreich können auch die erste Führungsebene, Funktionsträger und ihre Verflechtungen sein. Hierzu zählen etwa ein Mitgliederstatus oder Verbindungen zu weiteren Unternehmen. Auch Ereignisse der letzten 24 Monate, Auskünfte zu einer möglichen Insolvenz und Bilanzinformationen sind Teil der SCHUFA-Unternehmensauskunft.

… eine Vertrauensbasis ist besser

Aus allen vorliegenden Informationen lassen sich konkrete Schlüsse ziehen und Entscheidungen treffen: Anfragende können mit einer hohen Wahrscheinlichkeit abwägen, mit welchen Verzögerungen sie bei zukünftigen Zahlungen rechnen können.

Frederick hat inzwischen erfahren, dass sich einer seiner Kunden selbst um seine Buchhaltung kümmert. Die Rechnung sei einfach untergegangen, werde aber spätestens am nächsten Tag angewiesen. An den anderen Kunden hat Frederick eine freundliche Mahnung geschickt und parallel eine Unternehmensauskunft eingeholt, um herauszufinden, wie wahrscheinlich eine schnelle Rechnungsbegleichung ist. Laut Unternehmensauskunft muss er sich aufgrund negativer Geschäftszahlen und nachlässigen Zahlungsverhaltens wohl auf einen längeren Mahnprozess einstellen. Vor dem nächsten Vertragsabschluss mit einem unbekannten Neukunden will der junge Manufakturfahrrad-Anbieter eine Unternehmensauskunft einholen. So kann er künftig abwägen, ob er das Risiko auf sich nehmen kann und will. Diesmal ist er gerade noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.

Tipps für Jung-Unternehmer

  • Um Forderungsausfälle zu vermeiden, ist vor allem bei Neukunden wichtig, die Bonität der Geschäftspartner vorab zu prüfen, zum Beispiel mit der SCHUFA-Unternehmensauskunft. Mit dem Paket meineSCHUFA premium erhalten Gründer diesen Service einmal im Jahr kostenlos.
  • Arbeiten Sie nie ohne Vertrag und aktualisieren Sie stets Ihre Auftragsformulare und AGBs.
  • Stellen Sie Rechnungen unmittelbar nach der Leistungserbringung. Skonto kann Zahlungen beschleunigen.
  • Prüfen Sie regelmäßig Ihre Zahlungseingänge und behalten Sie stets die Übersicht.
  • Mahnverfahren haben in der Regel drei Stufen. Bleibt die Reaktion aus, sollten Sie erwägen, ein Inkassounternehmen einzuschalten.
  • Teilrechnungen helfen bei mittel- und langfristigen Aufträgen, Risiken vorzubeugen.
  • Überprüfen Sie Ihre eigene Kreditwürdigkeit, behalten Sie die Kontrolle über Ihr finanzielles Profil und optimieren Sie dies nach Möglichkeit. Schließlich holen Geschäftspartner auch Auskünfte über Sie ein!