Finanzunterricht in der Schule: So macht Lernen Spaß

Junge Menschen wollen in der Schule mehr zum Umgang mit Geld erfahren. Das Programm „SCHUFA macht Schule” unterstützt deshalb Lehrkräfte mit passendem Unterrichtsmaterial – alltagsnah und unterhaltsam. An Referenzschulen werden die Lehrerinnen und Lehrer bundesweit in Seminaren mit den Lerneinheiten vertraut gemacht, so dass sie ihr Wissen auch an ihre Kollegen weitergeben können.

Finanzunterricht an deutschen Schulen? Das wird zunehmend gefordert, unter anderem auch vom Bankenverband , doch im Schulalltag kommt dies immer noch zu kurz: Noch immer lernen Schülerinnen und Schüler hierzulande im Unterricht zu wenig über Verträge, Ratenzahlungen oder Kreditwesen. Das ergab eine von der SCHUFA in Auftrag gegebene forsa-Umfrage , die Anfang 2017 vorgestellt wurde. Danach wünschen sich 88 Prozent der Jugendlichen, dass an ihrer Schule Finanzthemen stärker im Unterricht vermittelt werden.

Unsicherheiten abbauen

Sobald es um wichtige finanzielle Angelegenheiten geht, ist der Aufklärungsbedarf der befragten 16- bis 25-Jährigen groß. Nur 17 Prozent der jungen Erwachsenen fühlt sich beim Vertragsabschluss einer privaten Altersvorsorge sicher. Auch 22 Prozent sind beim Abschluss eines Ratenkaufs und 38 Prozent bei einem Versicherungsabschluss verunsichert.

Die Bildungsinitiative WirtschaftsWerkstatt der SCHUFA greift dieses Defizit auf und vermittelt grundlegende Finanzkompetenzen sowie Basiswissen rund ums Geld. Mit dem Programm „SCHUFA macht Schule” stellt sie Lehrkräften kostenloses Unterrichtsmaterial zur Verfügung. Die von Pädagogen für Pädagogen entwickelten Materialien sind dabei auf die klassischen Lerneinheiten von 45 bzw. 90 Minuten abgestimmt, so dass sich die Inhalte innerhalb von ein bis zwei Schul- oder Vertretungsstunden gut vermitteln lassen.

Finanzwissen anhand praxisnaher Beispiele

Im Mittelpunkt des umfangreichen „SCHUFA macht Schule”-Lehrmaterials stehen Themen, die Jugendliche und junge Erwachsene in ihrem Alltag beschäftigen. Vom Abschluss eines Handyvertrages bis hin zum verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten im Internet: Anhand von lebensnahen Beispielen setzen sich die Schulklassen im Unterricht intensiv mit den für sie relevanten Finanzfragen auseinander.

Lehrer als Multiplikatoren

An aktuell zehn bundesweiten Referenzschulen werden die Lehrkräfte in Seminaren mit den Lerneinheiten vertraut gemacht. Die Teilnehmer haben anschließend die Möglichkeit, ihr Wissen an Kollegen weiterzugeben. Themen wie Budgetplanung, Konsumverhalten, Online-Kauf oder Unternehmensgründung werden in den Unterrichtsmaterialen von „SCHUFA macht Schule” behandelt – praxisnah und leicht verständlich.

„Für uns ist das Material sehr hilfreich und zeitsparend: In wirtschaftlichen Fächern gibt es kaum Unterrichtsmaterial. Dieses kann ich direkt anwenden oder als Baustein integrieren.“

Markus Wagner, Pädagoge am Luisenburg-Gymnasium, Wunsiedel

Weiterbildung an Referenzschulen

Auch das Oberstufenzentrum am Ernst-Reuter-Platz in Berlin setzt auf die Lehrmaterialien der SCHUFA und das Unterrichtskonzept der WirtschaftsWerkstatt. Seit Januar 2017 zählt die Berliner Berufsschule zu den Referenzschulen der Bildungsinitiative. Referenzschulen sind wichtig für die Praxisnähe und die Wissensvermittlung des Bildungsprojekts: Hier wird von den Projektverantwortlichenden der Initiative eine Unterrichtsstunde live vor Ort abgehalten. So erhalten Lehrerinnen und Lehrer wichtige Impulse für ihre Arbeit. So wurden Mitte März gleich zwölf Pädagogen der OSZ im Umgang mit dem Unterrichtsmaterial intensiv geschult. Damit sind sie gut darauf vorbereitet, ihr Wissen an andere Kollegen der Lehrerschaft weiterzugeben.

In Zukunft sollen weitere Referenzschulen hinzukommen. Parallel dazu wird das Unterrichtsmaterial kontinuierlich weiterentwickelt und stärker digital und interaktiv ausgerichtet. Darüber hinaus erhalten Pädagogen zunehmend die Möglichkeit, online auf die Lehrinhalte zuzugreifen.

Junge Erwachsene haben Spaß am Lernen

Die „SCHUFA macht Schule”-Unterrichtsmaterialen sind nicht nur für die Lehrkräfte eine wertvolle Hilfe, sie werden vor allem von den Schülerinnen und Schülern sehr gut angenommen. „Sonst müssen wir in der Schule immer viel auswendig lernen“, erzählt Jobina vom Berliner Oberstufenzentrum am Ernst-Reuter-Platz. „Der Unterricht der WirtschaftsWerkstatt macht Spaß, weil hier das erklärt wird, was mich auch wirklich interessiert.“ Ihre Schulkameradin Stina bestätigt: „Dank der WirtschaftsWerkstatt lernen wir, wie wir besser mit unserem Geld umgehen können oder was man finanziell bedenken muss, wenn man zum Beispiel von zuhause auszieht. In der Schule habe ich das nicht gelernt.“

Zielgruppe wird aktiv eingebunden

Auf der Online-Plattform www.wirtschaftswerkstatt.de können Schüler ihr Wissen auch außerhalb des Schulunterrichtes vertiefen. Neben Selbsteinschätzungstests und Blitzumfragen tragen Interviews und humorvoll in Szene gesetzte Videos zum besseren Verständnis bei. Eine Welt, in der sich die jungen Anwender zuhause fühlen.

„Die WirtschaftsWerkstatt ist auf der Höhe der digitalen Zeit. Sie kann die jungen Menschen dort erreichen, wo sie sich aufhalten, im Netz. Und auch die Inhalte und deren Präsentation treffen die Emotionen und Motivlage der Jugendlichen.“

Prof. Dr. Michael-Burkhard Piorkowsky, Dozent an der Universität Bonn und Mitglied des SCHUFA-Verbraucherbeirats

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