Komfortabel und sicher: SCHUFA testet Plattform für datenschutzkonformen Austausch von Informationen zwischen Vermieter und Mieter

Die Suche nach einer Wohnung ist für Mietinteressenten aber auch für Vermieter zunehmend mit erheblichem Zeitaufwand und Unsicherheiten verbunden. Die SCHUFA testet jetzt eine neue Plattform, die Abhilfe schaffen und das Vertrauen zwischen Vermietern und Mietern fördern soll.

Es ist nahezu täglich in den Medien zu lesen: Gerade in Großstädten ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt angespannt. Für Vermieter wird es immer schwerer, einen Überblick über die große Anzahl von Bewerbern zu behalten, die Auswahl des passenden Mieters ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Und auch für Mietinteressenten stellt sich die Frage, wie sich bei einer Vielzahl von Mitbewerbern die Chancen auf die begehrte Wohnung verbessern lassen. Viele geben dabei schon bei der Bewerbung um eine Wohnung freizügig personenbezogene Daten frei, ohne zu wissen, wie gut ihre Chancen überhaupt stehen, die Wohnung zu bekommen. Das ist nicht unproblematisch und wird auch von Datenschützern immer wieder thematisiert.

Prozess vereinfachen - Privatsphäre und persönliche Daten schützen

Rund um das Problem eines zunehmend aufwendigen und schwer zu steuernden Bewerbungsprozesses für Mietwohnungen testet die SCHUFA jetzt eine neue Plattform. Sie will Prozesse vereinfachen und den Schutz von persönlichen Daten bei der Mietsuche verbessern helfen. Das Ziel: Ein zeitgemäßes und effektives Bewerbungs- und Auswahlmanagement für Vermieter und Mieter.

Mirko Lorenz, Senior Projektleiter bei der SCHUFA: „Wir entwickeln eine spezielle Plattform für den Bewerbungsprozess im Zusammenhang mit einem Mietobjekt. Dabei steht der datenschutzkonforme Austausch von Informationen und Dokumenten im Mittelpunkt, die im Rahmen des Bewerbungsprozesses benötigt werden. Derzeit läuft ein erster Akzeptanztest mit einer ausgewählten Zielgruppe und wir erhoffen uns weitere Impulse der Benutzer.“

Datenschutzkonforme Lösung schafft Vertrauen

Gerade die konsequente Umsetzung eines stufenweisen, datenschutzkonformen Informationsaustausches zwischen Mietern und Vermietern stellt die eigentliche Besonderheit der Plattform dar. Diese hat die SCHUFA im Vorfeld des jetzigen Tests dem Hessischen Datenschutzbeauftragten vorgestellt; es gab keine Beanstandung. Das Plattform-Projekt läuft vollständig unabhängig vom Auskunftei-Geschäft der SCHUFA: Die Speicherung der Daten, die im Rahmen der Plattform-Prozesse erhoben werden, erfolgt strikt getrennt von dem für Auskünfte und Bonitätsprognosen verwendeten klassischen Personendatenbestand der SCHUFA und wird zu keinem Zeitpunkt mit diesem Datenbestand in Zusammenhang gebracht.

Dass sich ein SCHUFA-Projektteam mit einer Lösung auseinandersetzt, die den Vertrauensaufbau zwischen Vermietern und Mietern erleichtern soll, liegt für Dr. Thomas Gottron, Leiter Innovative Geschäftsfelder bei der SCHUFA, nahe: „In die Entwicklung dieser digitalen Plattform ist das langjährige Wissen rund um die Vertrauensbildung zwischen Vermietern und Mietern eingeflossen. So ist die SCHUFA-Bonitätsauskunft ein zentrales Element bei der Vergabe von Mietimmobilien: Sie gilt Vermietern als zuverlässiges Dokument für einen Vertragsabschluss. Für Mieter stellt sie einen Nachweis dar, der die Verlässlichkeit gegenüber dem Vermieter dokumentiert, ohne dass persönliche Daten preisgegeben werden müssen. Dieses Prinzip und die Erfahrungen aus diesem Bereich haben wir auf den gesamten Bewerbungs- und Auswahlprozess bei der Wohnungssuche übertragen – so ist die Idee für die Plattform entstanden.“

Und so funktioniert der Bewerbungsprozess mit der Plattform:

  • Der Vermieter kann zu jedem seiner Mietobjekte Mietinteressenten über einen Link auf die Plattform einladen.
  • Der Mietinteressent legt ein Bewerbungsprofil an, zu dem er seine Informationen und Bewerbungsunterlagen auf der Plattform hinterlegen kann. Diese kann er je nach Bewerbungsphase zur Einsicht für den Vermieter freigeben. Somit schützt er z.B. persönliche Informationen vor einer zu frühen Übermittlung an den Vermieter oder Makler.
  • Der Vermieter sieht also nur, was er innerhalb einer Bewerbungsphase und nach Freigabe durch den Mietinteressenten sehen darf. Zugleich erfährt er aber zu einem frühen Zeitpunkt, ob zu einem Bewerber alle notwendigen Unterlagen, wie zum Beispiel eine SCHUFA-Bonitätsauskunft, vorliegen. Zum „richtigen“ Zeitpunkt sind diese Unterlagen dann auch für den Vermieter einsehbar.
  • Während also der Mietsuchende durch die digitale und gestufte Bewerberverwaltung selbst entscheiden kann, welche Informationen er wann von sich digital weitergibt, kann der Vermieter zuverlässig und ohne Papierkram die passenden Mieter finden und behält dank strukturierten Informationen auch bei einer hohen Anzahl an Bewerbern den Überblick und dokumentiert gegenüber den Mietsuchenden, dass er den Schutz der persönlichen Daten ernst nimmt.