„Serviceanbieter“ für eine kostenlose Datenübersicht: Überflüssig und teuer!

Einmal pro Jahr hat man als Verbraucher das Recht, eine SCHUFA-Selbstauskunft anzufordern, um nachzuvollziehen, welche Daten über die eigene Person gespeichert sind. Diese Informationen sind kostenlos. Doch immer wieder werden Verbraucher für die Bestellung dieser Datenübersicht von vermeintlichen Serviceanbietern zur Kasse gebeten. Das muss nicht sein: Wer sich direkt an die SCHUFA wendet, geht auf Nummer sicher und spart Geld.

Wer eine Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz anfordert, erhält alle Informationen, die bei der SCHUFA über ihn gespeichert sind. Er oder sie erfährt, woher diese stammen und an wen sie weitergeleitet wurden. Die Datenübersicht enthält außerdem die in den letzten zwölf Monaten angefragten Wahrscheinlichkeitswerte hinsichtlich eines Zahlungsausfalls. Bei diesem so genannten Scoring wird auf der Basis gesammelter Erfahrungen eine möglichst zuverlässige Prognose für die Zukunft erstellt. Anhand mathematisch-statistischer Verfahren wird beispielsweise die Wahrscheinlichkeit berechnet, mit welcher der Antragsteller als Kunde eines Unternehmens seinen Zahlungsverpflichtungen vertragsgemäß nachkommen wird.

Daten diskret behandeln

Daher sollte die Auskunft vertraulich behandelt werden und ist nur für den Eigenbedarf bestimmt. Umsicht ist laut Verbraucher- und Datenschützern geboten, wenn es darum geht, seine Bonität einem Dritten gegenüber zu belegen. Das Bestellformular für die kostenlose Datenübersicht kann unter www.meineschufa.de oder beim telefonischen Verbraucherservice unter der Nummer 0611 – 92780 angefordert werden. Die Beantragung ist dann ganz einfach: Antragsteller müssen lediglich ihren Name und Adresse angeben und in einem Umschlag an die SCHUFA senden. Ergänzt um eine Kopie des gültigen Personalausweises, des gültigen Reisepasses oder der Meldebescheinigung wird die Identitätsprüfung erleichtert - das beschleunigt die Zusendung.

Teure Dienstleister, mangelnder Datenschutz

Wer allerdings die Bestellung nicht direkt bei der SCHUFA aufgibt, sondern einen Dienstleister mit dieser Aufgabe betraut, zahlt für das bloße Weiterleiten des Antrags bis zu 20 Euro. Ein weiterer Nachteil: Der Datenschutz ist nicht immer gewährleistet. Bereits bei der Bestellung müssen personenbezogene Daten preisgegeben werden. In einigen Fällen stimmen arglose Antragsteller mit ihrer Unterschrift sogar unbewusst dem Weiterverkauf ihrer Daten für Werbezwecke zu. Transparenz schafft lediglich ein Blick in die AGB des jeweiligen Unternehmens. Wer also eine Datenübersicht bestellen möchte, sollte gründlich überlegen, ob man damit ein Drittunternehmen beauftragt oder ob man sich selbst an die SCHUFA wendet und damit erst gar keine Kosten verursacht. Zudem kann man sich bei der direkten Beantragung bei der SCHUFA auf höchste Datenschutzstandards verlassen.

Datenschutz garantiert: Die Auskunft zum Weitergeben

A propos Datenschutz: Wer sich beispielsweise bei seinem zukünftigen Vermieter als zuverlässiger und vertrauenswürdiger Mieter vorstellen will, sollte dazu nicht die Datenübersicht - die so genannte Selbstauskunft - sondern die Original SCHUFA-Bonitätsauskunft mit einem Zertifikat verwenden, das zwar die Bonität bestätigt, jedoch keine schützenswerten personenbezogenen Daten wie etwa Bankkonten oder Kreditverträge offenlegt. Diese sind für einen Vermieter nicht relevant und dürften daher von ihm auch nicht angefordert werden. Zudem enthält das Zertifikat der originalen SCHUFA-Bonitätsauskunft bewusst keinen Scorewert. Damit soll verhindert werden, dass Vermieter eine Wohnung nur aufgrund eines Scorewertes vergeben. In einer dazu mit den Datenschutzbehörden abgestimmten Selbstverpflichtung verzichtet die SCHUFA sogar gänzlich auf die Übermittlung von Scores an Unternehmen der Wohnungswirtschaft, z.B. Makler oder Vermietungsgesellschaften. So hat auch derjenige, der einen ungünstigen SCHUFA-Eintrag hat, die Möglichkeit, darüber mit seinem Vermieter zu sprechen und kann nicht automatisch aufgrund eines geringeren Scores vom Vermietungsprozess ausgeschlossen werden.

Die kostenlose Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz wird umgangssprachlich auch als „Selbstauskunft“ bezeichnet. Dabei liegt die Betonung auf dem „Selbst“, denn sie ist dazu bestimmt, einem selbst umfassend, transparent und ausführlich Auskunft darüber zu geben, welche Daten die SCHUFA über einen gespeichert hat. Dazu zählen Kredite, Bankkonten, Mobilfunkverträge sowie ggf. gemeldete Zahlungsstörungen. Ebenfalls sind Scorewerte (Basisscore und Branchenscores) aufgeführt, also die mathematisch-statistisch berechnete Rückzahlungswahrscheinlichkeit einer neuen Kreditverpflichtung. Allesamt persönliche und schützenswerte Daten, die nicht in falsche Hände fallen sollten.

Die kostenlose Datenübersicht – alle Informationen, die bei der SCHUFA über eine Person gespeichert sind

Die SCHUFA-Bonitätsauskunft – die Auskunft zum Weitergeben