Geschichte der SCHUFA

Wachstum braucht Wurzeln

Zu einer erfolgreichen Unternehmensgeschichte zählt neben der Fähigkeit, Bewährtes zu erhalten, auch die, Neues zu bewegen. Wir laden Sie ein zu einer kleinen Reise zu interessanten Stationen unserer Firmengeschichte:


1927 – Gründung der SCHUFA

Die Gründungsgeschichte der SCHUFA beginnt bei der Berliner Elektrizitätswerke AG (BEWAG): Der Stromerzeuger versorgte nicht nur immer mehr Privathaushalte mit Strom, sondern verkaufte auch Elektrogeräte, um die Kapazitäten gleichmäßig auszulasten. Staubsauger oder Kühlschrank können mit dem „Elektrissima-Finanzierungs- und Teilzahlungssystem“ in Raten abgezahlt werden, die der Stromableser bei seinen Hausbesuchen einfach zusammen mit der Stromrechnung kassierte. Die BEWAG war bestens über die Bonität ihrer Kunden informiert.

Ein leitender Mitarbeiter der BEWAG, Dr. Walter Meyer, diskutierte im Herbst des Jahres 1926 mit seinem Bruder Dr. Kurt Meyer einem jungen Rechtsanwalt, wie wichtig auch für Handelsunternehmen eine zeitnahe und systematische Information zur Bonität der Kunden wäre. Sie könnten so beispielweise Waren zum Ratenkauf anbieten. Den Brüdern Meyer schwebte ein Kreditschutz auf Gegenseitigkeit vor. In einem großen, zentralen Archiv sollte das Zahlungsverhalten aller Personen, die auf Kredit kaufen, erfasst werden. Dadurch könnten Unternehmen im Vorfeld die Bonität von Kreditnehmern prüfen und Kunden mit Zahlungsstörungen, Mahnungen oder gerichtlichen Maßnahmen identifizieren.

Diesen Plan tragen die Brüder Meyer dem geschäftsführenden Vorstandsmitglied der BEWAG Dr. Robert Kauffmann vor. Dem Gespräch folgt ein Auftrag: Dr. Kurt Meyer soll diesen Gedanken ausarbeiten und einen Organisationsplan erstellen.

Das Konzept eines Kreditschutzes auf Gegenseitigkeit wurde interessierten Firmen und Verbänden vorgestellt und stößt auf Interesse. Aber würden die angeschlossenen Kreditgeber auch wirklich alle Kredite melden? Würde das Prinzip der Vertraulichkeit gewahrt werden können? Könne man sich auf die Selbstdisziplin des Handels verlassen?

Die Schwierigkeit, das Prinzip der Gegenseitigkeit durchzusetzen, konnte nur überwunden werden, indem sich die BEWAG bereit erklärte, die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz SCHUFA, in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, in der alle Gesellschafter mit ihrem gesamten Vermögen haften, zu gründen. Die SCHUFA nahm am 1. April 1927 ihre Arbeit in Berlin auf. Geschäftsführer wurde Dr. Kurt Meyer.


1930er Jahre – Neugründungen nach Berliner Vorbild

Von Berlin aus verbreitete sich das "SCHUFA Geschäftsmodell" schnell über das gesamte Reichsgebiet. 1930 wird in Dortmund die erste SCHUFA außerhalb Berlins gegründet. Bald folgen Gründungen in Düsseldorf, Hamburg und Köln und später in Bad Kreuznach, Mannheim, Frankfurt am Main und München.

Die Anfänge der SCHUFA


Zweiter Weltkrieg und Neuanfang

Bei einem Bombenangriff am 5. Februar 1945 wurde das SCHUFA-Büro in Berlin komplett zerstört, zuvor waren bereits die SCHUFA-Gesellschaften in anderen Großstädten ausgebombt worden. Die Einführung der Deutschen Mark 1948 setzte auch den Startpunkt für einen Neuanfang des Konsumentenkreditgeschäftes und des SCHUFA-Gedankens.


1952 – Gründung der BUNDES-SCHUFA e.V. in Hannover

Die zahlreichen SCHUFA-Gesellschaften im gesamten Bundesgebiet gründeten gemeinsam die BUNDES-SCHUFA e.V. Sie vertrat u.a. die Interessen aller Gesellschaften in Richtung Politik und Wirtschaft und war zuständig für Verbindung und Abstimmung mit den Spitzenverbänden der Banken und des Handels. 1957 wurde die Geschäftsstelle der BUNDES-SCHUFA in Wiesbaden eingerichtet – dem heutigen Sitz der SCHUFA-Zentrale.


1972 – Erste EDV-gestützte SCHUFA-Auskunft

Am 17. Juli 1972 wurde die erste Auskunft aus einem EDV-gestützten SCHUFA-Auskunftssystem erteilt. Zum Einsatz kamen damals IBM-2260-Bildschirme, mit grüner Schrift auf schwarzem Hintergrund. Über eine speziell entwickelte Software konnten Unternehmen über Fernschreiber direkt mit dem SCHUFA-Computer kommunizieren. Eine spektakuläre Anwendung für die damalige Zeit.

Mitarbeiterin mit IBM-Rechner 2260


1978 – Bundesdatenschutzgesetz tritt in Kraft

Seit dem 1. Januar 1978 hat jeder Bürger in Deutschland das Recht zu erfahren, welche Daten über ihn bei Behörden, Unternehmen oder anderen Institutionen gespeichert sind und das Recht auf Richtigstellung falscher Daten. Schon vor Inkrafttreten des Gesetzes konnten sich Verbraucher stets an die SCHUFA wenden, um Auskunft zu erhalten und Sachverhalte zu klären.


1983 – Das Ende der Karteikarte

Im Jahr 1983 waren bei der SCHUFA alle Karteikarten elektronisch erfasst und gespeichert. Nur durch die Umstellung auf elektronische Datenverarbeitung war die SCHUFA in der Lage, das zunehmende Kreditgeschäft schnell und zuverlässig mit Informationen zu unterstützen und neue Märkte und Anforderungen zu bedienen.

Die letzte Karteikarte, digitalisiert am 4. November 1983


1990 – Gründung der ostdeutschen SCHUFA

Bereits mit der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion gelang es der SCHUFA einen funktionstüchtigen Auskunftsdienst zu Bürgern der ehemaligen DDR zur Verfügung zu stellen, um auch ihnen schnelle und unkomplizierte Vertragsabschlüsse zu ermöglichen.


1996 – Einführung von Scoring-Services

Bereits seit Anfang der 1990er Jahre arbeiteten Experten der SCHUFA an der Entwicklung von Scores – zuverlässige Prognosen zur Zahlungswahrscheinlichkeit. 1996 wurde erstmalig ein Score für Bankkredite angeboten. Damit steht Banken ein auf statistischen Verfahren basierendes objektiviertes Prognoseverfahren zur Verfügung.


2000 – Gründung der Holding

Bis zum Millenniumswechsel gab es bundesweit acht rechtlich und wirtschaftlich selbständige SCHUFA-Gesellschaften. Diese wurden in den Jahren 2000 bis 2002 unter dem Dach der neu gegründeten SCHUFA Holding AG verschmolzen.


2004 – Einstieg in das Geschäft mit Informationen zu Unternehmen

Um unseren Kunden bei ihren Geschäften mit Privat- und Firmenkunden zur Seite zu stehen, bietet die SCHUFA seit 2004 – neben Informationen zu Personen – auch Wirtschaftsinformationen zu Unternehmen an. Alles aus einer Hand!


2005 – Onlinezugang zu den eigenen Daten über meineSCHUFA.de

Über das Portal meineSCHUFA.de haben Privatkunden die Möglichkeit, ihre SCHUFA-Daten online einzusehen. Damit können sie jederzeit sehen, welches Unternehmen Daten angefragt oder gemeldet hat – und sich per SMS oder E-Mail über ausgewählte Änderungen ihrer Daten informieren lassen.


2008 – Gründung des SCHUFA-Verbraucherbeirats

Mit der Gründung eines Verbraucherbeirats haben wir ein Forum geschaffen, in dem Verbraucherthemen von außen an die SCHUFA herangetragen und übergreifend und unabhängig diskutiert werden. Der Verbraucherbeirat setzt sich aus erfahrenen Experten aus Politik, Wissenschaft, Institutionen, Verbänden und Unternehmen zusammen.


2009 – Start des SCHUFA-Ombudsmann-Verfahrens

Als einzige Auskunftei Deutschlands bieten die SCHUFA seit 2009 ein neutrales und unabhängiges Schlichtungsverfahren für Verbraucher an – kostenlos, schnell und unbürokratisch. Hat ein Verbraucher mit der SCHUFA keine abschließende Klärung erzielt, kann er sich an den SCHUFA-Ombudsmann wenden.


2013 – Gründung der Bildungsinitiative „W² WirtschaftsWerkstatt – Nimm deine Finanzen in die Hand“

Die Initiative richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die sich über Wirtschafts- und Finanzthemen informieren wollen. Dabei stehen die Sensibilisierung für das eigene finanzielle Handeln und der verantwortungsvolle Umgang mit den eigenen Daten im Mittelpunkt.

Homepage der W² WirtschaftsWerkstatt


2014 – Start des SCHUFA-FraudPools

Der SCHUFA-FraudPool ermöglicht Kreditinstituten den Austausch von Informationen zu konkreten Betrugsverdachtsfällen auf Basis des Gegenseitigkeitsprinzips. Er hilft bei der Abwehr von Betrugsversuchen und dabei, Schaden von Kreditinstituten, Verbrauchern und der Volkswirtschaft als Ganzes abzuwenden.