Daten bei der SCHUFA

Anders als man denkt

Zur SCHUFA bestehen viele Irrtümer. Manche halten sich hartnäckig und werden immer wieder aufgegriffen und weiter verbreitet. An dieser Stelle wollen wir Ihnen gerne Informationen aus erster Hand geben und einiges richtig stellen.

Die SCHUFA ist keine Behörde und war es auch nie. Sie wird seit ihrer Gründung im Jahr 1927 privatrechtlich geführt und ist seit 2002 eine Aktiengesellschaft, deren Anteile jedoch nicht an der Börse gehandelt werden. Anteilseigner sind Unternehmen aus der Finanzbranche und aus dem Handel.

Über die SCHUFA

Was viele nicht wissen: Zu über 90 Prozent aller bei uns gespeicherten Personen liegen uns ausschließlich positive Informationen vor – und das ist gut so, denn das kann Ihnen das Leben etwas leichter machen: z. B. beim Kauf auf Rechnung, bei der Finanzierung eines Autos und vielem mehr helfen wir, dass Sie sich Ihren Wunsch schneller erfüllen können...

Positive Informationen sind z. B. solche zu laufenden oder zurückgezahlten Krediten. Informationen über nicht vertragsgemäßes Verhalten können etwa ein durch die Bank gekündigter Kredit, Zahlungsausfälle oder Informationen aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen sein.

In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit. Jedes Unternehmen entscheidet frei, mit wem es einen Vertrag abschließen möchte und wie dieser gestaltet ist. Die SCHUFA unterstützt Entscheidungen durch Informationen, trifft sie aber nicht. Über die SCHUFA-Informationen hinaus fließen bei Banken und anderen kreditgebenden Unternehmen häufig noch zahlreiche andere Informationen in eine Entscheidung über einen Kredit ein, die der SCHUFA gar nicht vorliegen: zum Beispiel Einkommen, Arbeitsverhältnis oder Vermögen.

Unser Scoreverfahren ist transparenter, als viele denken: Die für die SCHUFA zuständige Aufsichtsbehörde hat unser Scoreverfahren geprüft und befand sie für datenschutzrechtlich zulässig. Wir sind auch die einzige Auskunftei in Deutschland, die ihr Scoreverfahren nicht nur der für uns zuständigen Aufsichtsbehörde, sondern 2010 auch dem Bundesdatenschutzbeauftragten und den Datenschutzbeauftragten aller Bundesländer offen gelegt hat.

Transparente Scoreverfahren

Wenn Sie sich bei uns darüber informieren wollen, welche Daten über Sie gespeichert sind, dann hat dies keinerlei Einfluss auf die Scoreberechnung. Egal welches Produkt Sie nutzen: die SCHUFA-Bonitätsauskunft zur Vorlage bei Dritten, die Datenübersicht nach §34 bundesdatenschutzgesetz oder die SCHUFA-Auskunft online im Rahmen unserer meineSCHUFA-Pakete.

Unsere Angebote im Überblick

Das ist falsch. Wir nutzen keinerlei Daten aus sozialen Netzwerken.

Scoring bei der SCHUFA

Scorewerte, die wir zu Verbrauchern berechnen, basieren auf den zu Ihrer Person bei der SCHUFA gespeicherten Daten, wie zum Beispiel die Anzahl und Art der Kreditaktivitäten, etwaige Zahlungsausfälle oder Informationen darüber, seit wann Sie schon Erfahrungen im Umgang mit Kreditgeschäften gesammelt haben.

Aufgrund unseres besonderen Datenbestandes mit kreditrelevanten Informationen führen wir standardmäßig – das heißt bei 99,7 Prozent aller Scoreberechnungen – kein Geoscoring durch. Es spielt keine Rolle, ob Sie in einer „guten“ oder „weniger guten“ Gegend wohnen. Lediglich in wenigen Ausnahmefällen – nämlich wenn uns zu einer angefragten Person keinerlei Informationen vorliegen – greifen wir auf Adressdaten zurück – und nur dann wenn dies von unserem Kunden explizit gewünscht wird. Ist eine Person der SCHUFA nicht bekannt, schätzt das anfragende Unternehmen eine Kreditvergabe häufig als zu riskant ein. Hier kann eine Risikobewertung anhand von Geodaten dazu beitragen, dass der durch den Kunden gewünschte Kredit doch noch durch das Unternehmen angeboten wird.

Scoring bei der SCHUFA

Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) sieht bei der Meldung von Informationen an die SCHUFA eine Fülle von Transparenzanforderungen vor. Diese richten sich zunächst an Unternehmen, mit denen Verbraucher eine geschäftliche Beziehung haben. Bei allen Bankgeschäften wird der Kunde von der Bank darüber informiert, dass Daten an die SCHUFA übermittelt werden. Dies geschieht durch die Unterzeichnung der SCHUFA-Klausel, mit der der Kunden gleichzeitig in die Datenübermittlung an die SCHUFA einwilligen. Bei Verträgen, denen kein ausdrückliches Einwilligungserfordernis zugrunde liegt, erfolgt die Information in aller Regel vorab durch die Allgemeinen Geschäftsbestimmungen (AGB). So z.B. im Handel. Weiterhin sieht das Gesetz seit der BDSG-Novelle 2010 zusätzlich vor, dass vor Meldung negativer Vertragsinformationen das Unternehmen den Kunden über die bevorstehende Übermittlung informieren muss. Bei der gerichtlichen Geltendmachung von Forderungen wird der Kunde eines Unternehmens als Verfahrensbeteiligter informiert.

Offene Forderungen dürfen (in der Regel*) nur an die SCHUFA gemeldet werden, sofern sie vorher zweimal gemahnt wurden und vom Verbraucher unbestritten sind. Der Verbraucher wird also im Vorfeld über die bevorstehende Übermittlung von Informationen an die SCHUFA informiert.

* Das Bundesdatenschutzgesetz definiert darüber hinaus noch weitere Voraussetzungen, unter denen eine Übermittlung von offenen Forderungen an eine Auskunftei zulässig ist:

§28a BDSG (Auszug):

(1) Die Übermittlung personenbezogener Daten über eine Forderung an Auskunfteien ist nur zulässig, soweit die geschuldete Leistung trotz Fälligkeit nicht erbracht worden ist, die Übermittlung zur Wahrung berechtigter Interessen der verantwortlichen Stelle oder eines Dritten erforderlich ist und:

1. die Forderung durch ein rechtskräftiges oder für vorläufig vollstreckbar erklärtes Urteil festgestellt worden ist oder ein Schuldtitel nach § 794 der Zivilprozessordnung vorliegt,

2.die Forderung nach § 178 der Insolvenzordnung festgestellt und nicht vom Schuldner im Prüfungstermin bestritten worden ist,

3. der Betroffene die Forderung ausdrücklich anerkannt hat,

4. a) der Betroffene nach Eintritt der Fälligkeit der Forderung mindestens zweimal schriftlich gemahnt worden ist,

b) zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung mindestens vier Wochen liegen,

c) die verantwortliche Stelle den Betroffenen rechtzeitig vor der Übermittlung der Angaben, jedoch frühestens bei der ersten Mahnung über die bevorstehende Übermittlung unterrichtet hat und

d) der Betroffene die Forderung nicht bestritten hat oder

5. das der Forderung zugrunde liegende Vertragsverhältnis aufgrund von Zahlungsrückständen fristlos gekündigt werden kann und die verantwortliche Stelle den Betroffenen über die bevorstehende Übermittlung unterrichtet hat.

Wir speichern

  • Namen
  • Geburtsdatum und ggf. -ort
  • Anschrift
  • eventuelle sonstige, auch frühere Anschriften
  • Ihren persönlichen SCHUFA-Basisscore

Ferner erhalten wir von unseren Vertragspartnerunternehmen Informationen über

  • Bankkonten
  • Kreditkarten
  • Leasingverträge
  • Telekommunikationskonten
  • Versandhandelskonten
  • Ratenzahlungsgeschäfte
  • Kredite und Bürgschaften

sowie etwaige Informationen zu nicht-vertragsgemäßem Verhalten (z. B. ein durch eine Bank gekündigter Kredit, Zahlungsausfälle und Informationen aus öffentlichen Verzeichnissen).

Wir haben keine Informationen zu:

  • Vermögen und Einkommen
  • Marketingdaten (Kaufverhalten oder Ähnliches)
  • Beruf
  • Lebenseinstellungen und Mitgliedschaften (z. B. religiöse, politische etc…)
  • Familienstand
  • Nationalität

Sie brauchen keinen Anwalt. Sollten Sie Fragen haben oder der Meinung sein, dass etwas mit den zu Ihrer Person bei der SCHUFA gespeicherten persönlichen Daten nicht stimmt, dann reicht ein Hinweis an unseren Privatkundenservice und wir klären den Sachverhalt in direkter Rücksprache mit dem meldenden Unternehmen. Ist eine gespeicherte Information nachweislich fehlerhaft, wird sie so schnell wie möglich korrigiert.

So erreichen Sie uns