Während Fakeshops immer professioneller vorgehen, melden nur die wenigsten Opfer den Betrug. Laut wendet sich nur jeder Dritte an die Polizei. Die Unsicherheit beim Erkennen solcher Online-Fallen ist dabei groß. Die 5 wichtigsten Erkenntnisse aus der Verbraucherumfrage:

  • Nur 52 Prozent, etwa die Hälfte der Fakeshop-Opfer, spricht überhaupt mit anderen über den persönlichen Fall oder sucht Unterstützung. Lediglich 36 Prozent, also etwas mehr als ein Drittel erstattet Anzeige bei der Polizei.
  • 49 Prozent der Befragten, die auf einen Fakeshop hereingefallen sind, hatten beim Bestellvorgang überhaupt keinen Verdacht. Auch wenn 40 Prozent der Geschädigten das Angebot ungewöhnlich fanden, gingen sie dennoch nicht von Betrug aus. Nur 8 Prozent gaben an, trotz eines konkreten Verdachts bestellt zu haben.
  • Als häufigste Gründe nennen die Betroffenen das vertrauenswürdig wirkende Website-Design (35 Prozent) sowie die Erfahrung, bislang noch nie Probleme beim Online-Shopping gehabt zu haben (31 Prozent). Viele Betroffene räumen zudem ein, die Seriosität des Shops nicht ausreichend geprüft zu haben (30 Prozent).
  • Das Wissen über Fakeshops ist generell gering. Nur jeder Zweite (51 Prozent) traut sich zu, einen betrügerischen Shop zuverlässig zu erkennen. 37 Prozent fühlen sich eher unsicher, 12 Prozent gar nicht sicher.
  • Offizielle Warnlisten von Polizei und Verbraucherzentralen sind nur 49 Prozent der Befragten bekannt. Lediglich 5 Prozent nutzen diese regelmäßig. Bei vielen Verbrauchern herrscht Unklarheit, ob man Fakeshops melden kann. 40 Prozent wissen es nicht, 53 Prozent gehen von einer Meldemöglichkeit aus, während 7 Prozent glauben, dass es keine gibt.

Die Kriminalität im Internet ist weit verbreitet und fügt Verbraucherinnen und Verbrauchern hohen finanziellen Schaden zu. Die SCHUFA-Umfrage zu Online-Betrug zeigt: Jeder vierte Verbraucher in Deutschland ist schon einmal Opfer von Online-Betrug geworden. Und auf welche Betrugsmasche sind die Menschen am häufigsten hereingefallen? Das sind die Top 5:

1. Fakeshops

Laut der sind 37 Prozent der Betrugsopfer Opfer von Fakeshops geworden. sind gefälschte, Onlineshops bei denen zum Beispiel keine oder nur minderwertige Ware geliefert wird. Meist wollen Betrüger Geld oder sensible Daten wie Zahlungsinformationen oder Zugangsdaten abgreifen. Fakeshops bieten oft nur vergleichsweise unsichere Zahlungsmethoden wie Banküberweisung beziehungsweise Vorkasse oder Kreditkartenzahlung an. Bei 34 Prozent der Personen, die Opfer von Fake-Shops geworden sind, lag der Schaden zwischen 100 und 1.000 Euro. Einen Schaden von mehr als 10.000 Euro haben 2 Prozent der Opfer von Fake-Shops erlitten, so die SCHUFA-Verbraucherumfrage.

2. Scamming

25 Prozent der Betrugsopfer sind auf reingefallen. Dabei handelt es sich um das Vortäuschen falscher Tatsachen, um ein Opfer zu Geldüberweisungen oder zur Preisgabe persönlicher Daten zu verleiten. Dabei geben sich die Betrüger oft als vertrauenswürdige Personen aus: Sie nutzen Fake-Informationen, emotionale Manipulation oder Druckmittel, um ihre Opfer zu bestimmten Handlungen zu bewegen. Beim Scamming gibt es verschiedene Methoden wie beispielsweise Love-Scamming, dem Vortäuschen einer Liebesbeziehung zur Erschleichung von finanzieller Hilfe. Es gibt auch Job-Scamming. Dahinter verbirgt sich das Werben mit falschen Stellenanzeigen, um an die persönlichen Daten der Betrugsopfer zu gelangen.

3. Identitätsbetrug

22 Prozent der Betrugsopfer wurden Opfer von , so die SCHUFA-Verbraucherumfrage. Bei Identitätsbetrug handelt es sich um das Stehlen von persönlichen Daten, um beispielsweise das Konto des Opfers für kriminelle Zwecke zu nutzen. Der Diebstahl kann durch Phishing, Datenlecks oder das Hacken in den Account des Opfers erfolgen. Die SCHUFA-Verbraucherumfrage zeigt: 11 Prozent der Befragten, die Opfer von Identitätsbetrug wurden, haben einen finanziellen von mehr als 10.000 Euro erlitten.

4. Abo-Fallen

Laut der SCHUFA-Verbraucherumfrage wurden 19 Prozent der Betrugsopfer Opfer von Abonnement-Fallen. Bei Abo-Fallen handelt es sich um versteckte Angebote, bei denen ungewollt ein kostenpflichtiges Abonnement abgeschlossen wurde. Oft verstecken sie sich hinter kostenlosen Test-Abos oder Gewinnspielen. Meist verrät nur das Kleingedruckte die Zustimmung zu einem Vertrag und den echten Kosten. Wurde unbemerkt ein Abonnement geschlossen und nach einer Weile die erste Abbuchung getätigt, ist die Frist für einen Widerruf meist verstrichen und das Abo nur noch schwer zu kündigen.

5. Phishing

17 Prozent der Betrugsopfer wurden Opfer von  , das zeigt die SCHUFA-Verbraucherumfrage. Betrüger versenden dabei gefälschte E-Mails, die häufig Links oder Dateianhänge enthalten. Die Gründe in den Mails sind häufig erneute Identifizierungen oder Aktualisierungen von Zahlungsdaten und üben meist zeitlichen Druck aus. Öffnen Leser die Links werden sie meist zur Eingabe von Zugangsdaten, Zahlungsdaten oder anderer persönlicher Daten aufgefordert. Außerdem kann durch das Öffnen von Links oder Anhängen Schadsoftware installiert werden, die Kriminellen vollen Zugriff auf das genutzte Endgerät ermöglicht.

Tipp 1: Impressum prüfen

Überprüfen Sie, ob ein Impressum auf der Website vorhanden ist. Finden Sie kein Impressum, kann das ein starkes Indiz für einen Fakeshop sein. Wenn ein Impressum auf der Website vorhanden ist, muss es Angaben zur Adresse des Anbieters, einem Vertretungsberechtigten sowie eine E-Mailadresse aufweisen. Soweit vorhanden, können Sie zusätzlich prüfen, ob eine Handelsregisternummer angegeben ist. „ , indem man sie mit dem entsprechenden Register-Eintrag vergleicht”, empfiehlt die Verbraucherzentrale. “Achtung: Sollte eine Internetseite den Namen und die Daten anderer, real existierender Unternehmen missbräuchlich verwenden, so kann dies hiermit natürlich nicht festgestellt werden.”

Tipp 2: Sichere Verbindung

Schauen Sie sich die URL genau an. Hierbei sollten Sie auf eine gesicherte Verbindung am Anfang der Adresszeile achten. Diese sollte mit https:// beginnen und ein Vorhängeschloss-Symbol am Anfang der Adresszeile enthalten. Auch Rechtschreibfehler in der URL sowie Erweiterungen in der Webadresse um weitere Domainendungen oder die Verwendung von nicht passenden Begriffen können ein Warnsignal für mögliche Fakeshops sein.

Tipp 3: Gütesiegel checken

Machen Sie den Siegel-Check. Ein weiteres Indiz eines Fakeshops können gefälschte Gütesiegel sein. Mit einem Klick auf das Siegel sollten Sie bei einem echten Zertifikat zum Siegel-Aussteller gelangen.

Tipp 4: Auf Bewertungen achten

Achten Sie auf Bewertungen, Preise und Bezahlmethoden. Neben gefälschten Siegeln werden auch gerne Kundenbewertungen gefälscht. Schauen Sie hier auf Bewertungsportalen am besten nach anderen Kundenstimmen. Auffällig können unrealistische Tiefpreis-Angebote für Produkte sein, die gerade neu auf dem Markt sind.

Tipp 5: Bezahlmethoden prüfen

Achten Sie zusätzlich beim Check-out auf die Bezahlmethoden. Gibt es nur die Möglichkeit per Vorkasse zu zahlen, sollte Vorsicht geboten sein!

Tipp 6: Nach Rechtschreibfehlern schauen

Schauen Sie nach Rechtschreibfehlern. Wenn ein Onlineshop viele unübliche Formulierungen oder Schreibfehler aufweist, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass es sich um einen Fakeshop handelt.

Wie Sie Fakeshops erkennen, erfahren Sie in diesem Video.