29.08.2019


#GemeinsamGegenBetrug: Schutz vor Betrug im Trauerfall

Der Tod eines nahestehenden Menschen ist für Angehörige und Freunde immer ein schwerer Schicksalsschlag. Umso schlimmer, wenn im Nachhinein mit den Daten der verstorbenen Personen Missbrauch betrieben wird. So jüngst im Fall einer 72-jährigen Witwe aus Hamburg.

Kurz nach dem Tod ihres Mannes bekam sie Rechnungen und Mahnungen für Kleidung, Parfüms und teure Elektronik, die ihr Mann angeblich gekauft haben soll. Bei der ersten Rechnung schöpft sie noch keinen Verdacht: Hatte ihr Mann eventuell ohne ihr Wissen im Internet bestellt und vergessen, die Rechnung zu bezahlen? Als sich die Rechnungen und Mahnungen allerdings häufen, prüft sie diese genau: Viele der Käufe wurden erst nach dem Tod des Mannes getätigt. [Quelle: Hamburger Morgenpost, 23.05.2019]

Finanzieller und emotionaler Schaden für trauernde Angehörige

Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist leider Realität und eine beliebte Masche unter Betrügern: Diese sichten Traueranzeigen in Tageszeitungen und suchen sich hier ihre Opfer. So werden immer wieder Daten Verstorbener verwendet, um sich in deren Namen Leistungen zu erschleichen. Die Witwe aus Hamburg reagierte nach ihrem Anfangsverdacht genau richtig und meldete die Vorfälle der Polizei. Dennoch flatterten die Mahnungen und Inkasso-Forderungen noch monatelang ins Haus. Das große Problem: Diese Art von Betrug bedeutet längst nicht nur wirtschaftlichen Schaden, sondern ist zusätzliche auch eine emotionale Last für die trauernden Angehörigen und eine Missachtung der Würde der Verstorbenen.

Die SCHUFA hilft Betrug einzudämmen und Betrüger zu stoppen: Verstirbt eine Person, meldet ein Vertragspartner, zum Beispiel die Hausbank der betroffenen Person, deren Versterben an die SCHUFA. Diese Information kann somit anderen Partnern zur Verfügung gestellt werden: Versuchen Betrüger im Namen des Verstorbenen bei Vertragspartner-Unternehmen der SCHUFA Leistungen zu erschleichen, wie z.B. das Abschließen eines Mobilfunkvertrags oder den Kauf von Ware auf Rechnung, erhält das Unternehmen beim Einholen einer SCHUFA-Auskunft die Benachrichtigung, dass die vermeintlich anfragende Person verstorben ist. Der Vertragspartner ist gewarnt und kann entsprechend reagieren. So kann Betrug im Namen der Verstorbenen verhindert werden.

Kooperation für eine effektive Betrugsprävention

Zudem verfügt die SCHUFA durch eine Kooperation mit der Deutschen Post Adress mittlerweile über eine der größten und aktuellsten Verstorbenendatenbanken Deutschlands, was für eine effektive Betrugsprävention ausschlaggebend ist. So ist es in vielen Fällen möglich, Betrug zu verhindern und damit emotionalen Schaden von Freunden und Verwandten sowie wirtschaftlichen Schaden von den betroffenen Unternehmen abzuwenden.

Hilfe für Opfer von Identitätsbetrug

Kriminelle Aktivitäten mit gestohlenen Identitäten nehmen zu: Die SCHUFA bietet einen kostenlosen Service für Personen, die bereits Opfer von Identitätsmissbrauch geworden sind. Diese können sich bei der SCHUFA aktiv melden und mit einem speziellen Eintrag vor Wiederholungsbetrug schützen lassen. Wie die Einmeldung funktioniert, lesen Sie hier.