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Effektive Betrugsprävention im Online-Handel: Betrug rechtzeitig erkennen und abwehren

Der fehlende direkte Kundenkontakt macht den Online-Handel anfällig für Betrug. Mit den richtigen Maßnahmen können Online-Händler aber aktiv dagegen vorgehen – und so auch ihre ehrlichen Kunden schützen. Maria Dammers, Produkt-Expertin für Betrugsprävention bei der SCHUFA, erklärt, warum Betrug ein großes Problem im E-Commerce ist und was Online-Händler dagegen tun können.

Portrait von Maria Dammers Seniorproduktmanagerin SCHUFA Holding AG

Was macht Betrug zu einem echten Problem für den E-Commerce?

Dammers: Das größte Problem für den E-Commerce ist die generelle Anfälligkeit dieses Vertriebskanals für Betrug. Diese entsteht in erster Linie durch den fehlenden direkten Kundenkontakt. Ein Kunde, der physisch vor mir steht, kann durch Vorzeigen seines Ausweises ganz einfach nachweisen, wer er ist. Im Online-Handel ist die Frage „wer möchte denn da gerade ein Geschäft mit mir eingehen?“ deutlich schwieriger zu beantworten. Dies eröffnet Betrügern Möglichkeiten, die sie im stationären Handel so nicht haben. Bei schmalen Gewinnmargen trifft betrugsbedingter Zahlungsausfall Online-Händler natürlich besonders hart.

Wie funktioniert Betrug im Online-Handel?

Dammers: Die Betrugsformen, auf die wir stoßen, sind ziemlich vielfältig – meist haben wir es aber mit Identitätsbetrug zu tun: Ein Betrüger gibt vor jemand zu sein, der er nicht ist, indem er die Daten anderer Personen übernimmt oder deren Kundenkonten missbraucht. Oder er erfindet sogar eine Identität. Kommt er damit durch, entsteht dem betroffenen Händler in den meisten Fällen Schaden durch Zahlungsausfall. Wurden die persönlichen Daten einer anderen Person missbräuchlich verwendet, hat auch noch der betroffene Verbraucher den Ärger: Er muss nachweisen, dass er die entsprechende Bestellung nicht getätigt hat.

Was kann ich als eCommerce-Unternehmen tun, um den Risiken bzw. Betrugsarten zu begegnen?

Dammers: Eine wichtige Maßnahme ist die Implementierung von Systemen, um seine Kunden frühzeitig und mit einem höchstmöglichen Maß an Sicherheit identifizieren zu können. Die Herausforderung hierbei liegt darin, diese Systeme so laufen zu lassen, dass sie die ehrlichen Kunden, die den Großteil aller Bestellungen tätigen, nicht beim digitalen Einkfaufs- und Bezahlvorgang einschränken – Stichwort „convenience“. Des Weiteren ist wichtig zu ermitteln, welche Art von Betrug für das eigene Unternehmen den größten Risikofaktor darstellt und Systeme zu implementieren, die helfen, diese Betrugsfälle zu erkennen und abzuwehren. Mit dem SCHUFA FraudPreCheck bietet die SCHUFA eine Lösung an, die dies in Echtzeit leistet!

SCHUFA-FraudPreCheck: Betrugsmuster digital erkannt, Betrug real verhindert!

Mit dem SCHUFA-FraudPreCheck (FPC) bieten wir Online-Händlern ein wirkungsvolles Mittel zur Betrugsprävention, das den Anforderungen an einen digitalen Bestellprozess gerecht wird und hilft, betrugsbedingte Ausfälle zu minimieren.

Der FPC prüft Bestellanfragen auf betrugsauffällige Muster und liefert in Echtzeit einen Wert, der das Maß der Auffälligkeit der Anfragen aufzeigt. Auf Basis dieses Werts können Online-Händler dann zum Beispiel mögliche Zahlungswege aussteuern, auffällige Anfragen einer manuellen Prüfung unterziehen oder die Lieferbedingungen anpassen und so das Betrugsrisiko mindern. Angewendet werden kann der FPC während des gesamten Bestellvorgangs – von der Übermittlung der Bestellanfrage durch den Kunden bis hin zur Leistungserbringung durch den Handel.