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Bekämpfung von Geldwäsche: SCHUFA und fino bündeln Kräfte in neuer Tochtergesellschaft ClariLab

Die SCHUFA Holding AG und die fino create GmbH gründen die gemeinsame Gesellschaft ClariLab GmbH & Co. KG. In dieser werden zukünftig die Aktivitäten rund um KYC (Know Your Customer)-Dienstleistungen zur Erfüllung regulatorischer Pflichten gebündelt und die bereits bestehende KYCnow-Plattform weiterentwickelt und ausgebaut werden.

Logo der ClariLab GmbH

Mit der Gründung von ClariLab und dem Angebot der KYCnow-Lösung erweitern SCHUFA und fino das strategische Geschäftsfeld Compliance und bauen ihre B2B-Aktivitäten aus. Beide Parteien haben vereinbart, über die finanziellen Modalitäten Stillschweigen zu bewahren.

Netzwerk und Daten in Verbindung mit Innovation und technischen Lösungen

Tobias Weber, designierter Geschäftsführer ClariLab: „Die Gründung von „ClariLab“ bedeutet ein deutliches Signal für unsere heutigen und zukünftigen Kunden, einen starken Partner an der Seite zu haben, bei dem sich hohe finanzielle Stabilität mit dem ausgeprägten Know-how von SCHUFA und fino symbiotisch vereinen.“

Die SCHUFA verfügt neben ihren engen und langjährigen Kundenbeziehungen zu Unternehmen unterschiedlicher Branchen über anerkannte Expertise zur sicheren Identifizierung und über die für eine GwG-konforme Prüfung notwendigen Informationen zu juristischen und natürlichen Personen. fino bringt neben der ausgeprägten Entwicklungskompetenz und Vernetzung in die Finanzwelt die Möglichkeit ein, einen BaFin-regulierten Betrieb über die fino run GmbH abzubilden. Die Unternehmensanteile an ClariLab teilen sich SCHUFA mit 75 Prozent und fino mit 25 Prozent.

Mit ClariLab haben Unternehmen einen starken Partner mit dem ausgeprägten Know-how von SCHUFA und fino an der Seite.

Tobias Weber, designierter Geschäftsführer ClariLab

Tobias Eiss, designierter Geschäftsführer ClariLab: „Der konsequente Schritt, um die schon jetzt erfolgreiche Plattform KYCnow eine juristische Einheit herum zu bauen, soll die Geschichte um das so wichtige Thema der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung wirksam und mit Ernsthaftigkeit weitererzählen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern in lebendigen Diskussionen neue, schnellere und sicherere Wege zu finden, dieses Thema voranzutreiben.“

Das Fintech-Unternehmen fino wurde 2015 gegründet und entwickelt Produkte & Services, die Geschäftsprozesse im Bereich Finanzen optimieren. Mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigen sich täglich damit, dass das fino-Motto „Less finance – more you“ für immer mehr Unternehmen und Privatpersonen zur Realität wird. Unternehmen profitieren unter anderem von einer einfacheren Bereitstellung und Verwaltung ihrer Rechnungen, von Kontoinformationen und Zahlungsströmen. Deren Analyse hilft ihnen zusätzlich, fundierte, betriebswirtschaftliche Entscheidungen zu treffen. Geldinstitute wiederum können mit den Lösungen von fino ihren Kunden moderne, schnelle Lösungen bieten. Zu den Referenzkunden & Partnern zählen die Commerzbank, DATEV, ING DiBa oder Miles & More.

KYCnow-Plattform bereits erfolgreich am Markt etabliert

Das Geldwäschevolumen in Deutschland beläuft sich laut einer Analyse des Bundesfinanzministeriums heute auf mehr als 100 Milliarden Euro jährlich. Das gewaschene Geld verbirgt nicht nur Verbrechen, sondern belohnt diese sogar. Um Geldwäsche zu verhindern und Verpflichteten beim aufwendigen KYC-Prozess, der beim Eingehen einer neuen Geschäftsbeziehung durchgeführt werden muss, zu unterstützen, haben SCHUFA und fino die digitale Lösung KYCnow entwickelt, die bereits seit 2018 am Markt etabliert ist.

Der KYC-Prozess zur Identifizierung der Risiken von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung kann bereits heute über die KYCnow-Plattform automatisch in elektronischer Form abgebildet werden. Für eine Vielzahl von Unternehmen bestehen umfassende Prüfpflichten, die zum Beispiel durch internationales Geschäft und vielfältige externe Datenquellen eine hohe Komplexität mit sich bringen. Die Erfüllung einer GwG-konformen Prüfung bedeutet daher bisher einen hohen manuellen Aufwand, ist zeit- und kostenintensiv und im Hinblick auf eine kundenfreundliche Gestaltung der entsprechenden Prozesse kaum mehr zu erfüllen.

Know Your Customer (KYC; deutsch: „Kenne Deinen Kunden“) ist ein Oberbegriff, unter den verschiedene Prüfungen und Prozesse fallen, die im Wesentlichen dazu dienen, die Identität eines Kunden festzustellen. Unternehmen, die nach dem Geldwäschegesetz (GwG) zu entsprechenden Prüfungen verpflichtet sind, müssen zum Beispiel die Identität des Geschäftspartners verifizieren, den oder die wirtschaftlich Berechtigten hinter einer Transaktion identifizieren und ihr Gegenüber gegen PEP- und Sanktionslisten abgleichen. Zu den verpflichteten Unternehmen gehören Banken, aber auch Steuerberater, Immobilienmakler und Händler von Gütern und Waren. Die rechtliche Grundlage für die Sorgfaltspflicht, welche eine KYC-Analyse erfordert, ist die 3. EU-Geldwäsche-Richtlinie.

Effiziente Erfüllung gesetzlicher Anforderungen

Um den GwG-Verpflichteten eine effizientere und effektivere Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen zu ermöglichen, bietet der modulare Aufbau der KYCnow-Plattform den Unternehmenskunden die Nutzung einzelner Module entsprechend ihrer individuellen Bedarfe. Dazu zählen beispielsweise die Überprüfung von PEP- oder Sanktionslisten, die Information zum wirtschaftlich Berechtigten von Unternehmen oder der Abgleich mit dem Transparenzregister. Die Lösung kann entweder per Schnittstelle an bestehende Systeme angebunden oder mittels webbasierter Benutzeroberfläche genutzt werden. Die KYCnow-Lösung hat sich bereits bei verschiedenen Pilot-Kunden unterschiedlicher Branchen bewährt.

Über die bestehende Lösung hinaus wollen beide Partner auch weitere Leistungen im RegTech-Umfeld entwickeln. Primäres Ziel ist es, Unternehmen bei der Einhaltung regulatorischer Anforderungen zu unterstützen und dabei zu helfen, dass KYC-relevante Informationen auf einem einheitlichen Standard eingeholt werden können.