SCHUFA-Bildungsintiative WirtschaftsWerkstatt W2 mit digitalem Angebot und Umfrage zu Finanzverhalten von Jugendlichen

W² Jugend-Finanzmonitor: Jugendliche blicken auch in der Corona-Krise optimistisch in die Zukunft

Die Bildungsinitiative WirtschaftsWerkstatt setzt auf digitale Formate: Für den W2 Jugend-Summit, der in diesem Jahr virtuell stattfand, haben Schulteams Konzepte für die Green Economy erarbeitet. Eine aktuelle Umfrage unter Jugendlichen zeigt, dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz die wichtigsten Zukunftsthemen sind. Ein weiteres Ergebnis des W2 Jugend-Finanzmonitor: Junge Menschen schauen auch in der Corona-Krise optimistisch in die Zukunft.

Eine selbstprogrammierte Open-Source-App, mit der die Papierversorgung an Schulen nachhaltiger gestaltet werden kann – mit diesem Konzept hat das Team aus der 11. Jahrgangsstufe der Kaiserin-Augusta-Schule in Köln den diesjährigen Schulwettbewerb W2 Kolleg der WirtschaftsWerkstatt, der Bildungsinitiative der SCHUFA, gewonnen. Teams aus ganz Deutschland hatten sich vier Monate lang mit den Nachhaltigkeitsthemen „Zero Waste“ und „Direct Trade“ auseinandergesetzt. Aufgrund der aktuellen Kontaktbeschränkungen liefen alle Wettbewerbsaktivitäten über die digitale W2-Plattform. „Anspruch unserer Bildungsinitiativen ist es, sowohl Jugendliche als auch Lehrkräfte mit zeitgemäßen Lehrangeboten zu unterstützen“, sagt Serena Holm, Bereichsleiterin Corporate Affairs und Regulatory Management bei der SCHUFA. „In der aktuellen Situation haben wir daher unsere digitalen Bildungsformate ausgebaut und beispielsweise Finanzunterricht im Live-Stream angeboten.“

Umfrage unter Jugendlichen: Klimawandel bleibt zentrales Zukunftsthema

Im Fokus des diesjährigen Schulwettbewerbs stand die Green Economy, die Ökonomie der Nachhaltigkeit. Dieses Thema hat für Jugendlichen derzeit eine besonders hohe Relevanz, wie eine aktuelle Befragung im Rahmen der Bildungsinitiative zeigt: 71 Prozent der befragten Jugendlichen haben große oder sehr große Angst, dass die Klimaprobleme immer größer werden. 91 Prozent der Befragten geben an, dass alle in ihrem Konsumverhalten stärker auf Umweltfreundlichkeit und faire Arbeitsbedingungen achten müssen. 87 Prozent sind gleichzeitig bereit, mehr Geld für nachhaltige Produkte auszugeben. Drei Viertel der befragten Jugendlichen (76 Prozent) geben an, sich für Umwelt- und Klimaschutzthemen sehr stark oder stark zu interessieren – eine Steigerung um 22 Prozentpunkte seit 2017.

Dies sind Ergebnisse aus dem aktuellen W2 Jugend-Finanzmonitor, die auch Eingang in die Lerninhalte der SCHUFA-Bildungsinitiative finden: Im April 2020 hat die WirtschaftsWerkstatt gemeinsam mit der Forsa in einer repräsentativen Stichprobe mehr als 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren bereits zum dritten Mal nach ihrem persönlichen Finanz- und Konsumverhalten befragt. Ergänzt wird das Panel der Studie um 500 Erwachsene zwischen 40 und 55 Jahren – damit ermöglicht der Jugend-Finanzmonitor den Vergleich mit der Elterngeneration.

Jugendliche blicken optimistisch in die Zukunft – auch in der Corona-Krise

Aktuell empfinden über die Hälfte (53 Prozent) der jungen Menschen in Deutschland die Corona-Krise und ihre Folgen als größtes Problem weltweit. So sehr die Krise den Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen derzeit beeinflusst: Auch in der Corona-Pandemie blickt der Großteil weiterhin optimistisch in die Zukunft. Mehr als drei Viertel der Befragten glauben wie bereits in den Vorjahren, dass sich ihre finanzielle Situation in den nächsten fünf Jahren verbessern wird. 81 Prozent der Umfrageteilnehmer sind der Meinung, auch in Zukunft eine gute und sichere Beschäftigung zu finden (2019: 84 Prozent). Auch bei der Elterngeneration ist dieser Wert stabil, und hat sich mit 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

Der Wunsch nach finanzieller Vorsorge ist nach wie vor hoch: 98 Prozent der befragten Jugendlichen erachten ein finanzielles Polster als wichtig, um auf einen Notfall vorbereitet zu sein. Dies entspricht dem Wert der Elterngeneration. Deutlich gesunken ist im Vergleich zu den Vorjahren der Anteil von Jugendlichen, die zustimmen, dass Ratenkredite eine gute Möglichkeit zur Finanzierung größerer Anschaffungen wären. 2018 stimmten der Aussage noch mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen zu (52 Prozent), aktuell gaben dies nur noch 38 Prozent der Jugendlichen an. Bei den 40- bis 55-jährigen sank der Anteil von 57 Prozent auf 55 Prozent.

Trend zu modernen Bezahlmethoden verstärkt sich – gerade in der aktuellen Situation

Die Corona-Krise scheint allerdings den Trend zu modernen Bezahlmethoden zu beschleunigen: Drei Viertel (76 Prozent) der jungen Menschen in Deutschland bevorzugen mittlerweile das kontaktlose Bezahlen mit EC- und Kreditkarte – das entspricht einer Steigerung von 24 Prozentpunkten gegenüber 2019. Und 44 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren möchten wenn möglich häufiger mit dem Handy bezahlen – gegenüber 35 Prozent im Vorjahr.

Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der befragten Jugendlichen nutzt eine oder mehrere Banking-Apps, um Bankangelegenheiten zu regeln, die über das Ablesen des Kontostandes hinausgehen – eine Steigerung von 8 Prozentpunkten. Auch bei den Erwachsenen setzt sich der steigende Trend fort: 47 Prozent (2019: 34 Prozent) der Befragten – und damit fast so viele wie unter den Jugendlichen – nutzen Apps für ihre Bankangelegenheiten. Sowohl bei den Jugendlichen als auch bei den Erwachsenen geben überwiegend männliche Befragte an, Banking-Apps zu nutzen. „Die junge Generation ist digitalen Finanzservices gegenüber sehr aufgeschlossen“, so Serena Holm. „Was sich derzeit unter den aktuellen Umständen der Pandemie-Maßnahmen zu beschleunigen scheint, wird in Zukunft maßgeblich für das Bezahlverhalten werden. Die Ergebnisse des W2 Jugend-Finanzmonitors sind dafür ein guter Indikator.“