05.07.2021

Jugend- und Spielerschutz: Lösung für den digitalen Raum

Wir bewegen uns immer mehr online. Sei es aus beruflichen oder privaten Gründen, um Waren zu kaufen oder Bankgeschäfte zu erledigen. Um so zentraler ist die digitale Identität und die Möglichkeit, diese sicher zu überprüfen. Diese Tatsache findet auch in der Gesetzgebung Berücksichtigung: Aktuelles Beispiel ist der Glücksspielstaatsvertrag, der am 1. Juli 2021 in Kraft getreten ist.

Von Serena Holm, Bereichsleiterin Corporate Affairs & Regulatory Management

Bisher fehlte in Deutschland ein einheitlicher Rahmen für Online-Glücksspiele. Wenig war erlaubt, vieles nur geduldet – der Schwarzmarkt boomte. So liegen die Bruttospielerträge bei Casino, virtuellem Automatenspiel und Online-Poker bei 570 Millionen Euro. Aus Sicht des Jugend- und Spielerschutzes eine alarmierende Größe.

Ein sicherer Rechtsrahmen

Mit dem Glücksspielstaatsvertrag werden nun zum ersten Mal bundesweit Online-Glücksspiele lizenziert. Vorteil: Die Politik kann nun die Spielregeln bestimmen – ob Mindestalter, maximale Einsatzhöhe oder Transparenz der Plattform. Vorreiter sind Hessen und Schleswig-Holstein: In der Wiesbadener Staatskanzlei wurde bereits vor Jahren Sportwetten als Blaupause für eine bundesweite Regelung detailliert reguliert und eine Spielersperrdatei aufgebaut. Und die Kieler Landesregierung hat das Online-Glücksspiel bereits 2012 ermöglicht.

Wie können Regeln wie die Altersvorgabe umgesetzt und kontrolliert werden? In Offline-Casinos und Spielhallen greifen seit Jahrzehnten Ausweiskontrollen. Hinein kommt nur, wer über 18 Jahre und nicht in einer Sperrdatei gemeldet ist. Im Online-Bereich geht es entsprechend darum, die digitalen Identitäten sicher zu prüfen.

Jugend- und Spielerschutz stehen bei den Präventionsmaßnahmen im MIttelpunkt

SCHUFA unterstützt Regeldurchsetzung

In Schleswig-Holstein greifen zertifizierte Online-Glücksspielanbieter seit Jahren auf SCHUFA-Produkte zurück, um den Jugendschutz zu gewährleisten. Mit dem IdentitätsCheck können sie in Ssekundenschnelle die vom Spieler angegebenen Daten prüfen: Gibt es die Person tatsächlich? Ist sie volljährig und nicht auf einer Sperrdatei gelistet? Auch die Lotteriegesellschaften prüfen Alter und Identitäten seit Jahren mit der SCHUFA.

Spielerschutz ist angesichts der Suchtgefahr, die von Glücksspiel ausgeht, sowie den hohen finanziellen Risiken mehr als nur die Überprüfung des Alters. So unterstützt die SCHUFA in Kooperation mit der insic GmbH die Anbieter dabei, eine etwaige Überschuldung oder finanzielle Schieflage der Spieler zu erkennen und sie gegebenenfalls zu sperren. Dabei weisen wir die Spieler gemeinsam mit den Anbietern auf den Datenabgleich hin. So schaffen wir im digitalen Raum nicht nur Sicherheit, sondern auch Transparenz.