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Energiekrise: Diese Hilfen gibt‘s jetzt vom Staat

Der Staat versucht, die Bürger:innen mit Hilfspaketen in der Energiekrise zu entlasten. Was sind die Maßnahmen des dritten Hilfspakets, die jetzt greifen? Überblick über die wichtigsten Punkte.

Wiesbaden - Seit Beginn der Energiekrise unterstützt der Staat Verbraucher:innen mit diversen Hilfspaketen. Während die ersten beiden Hilfspakete der Bundesregierung vor allem aus Hilfszahlungen, steuerlichen Vergünstigungen und Sofortmaßnahmen wie dem Neun-Euro-Ticket bestanden, stehen beim dritten Hilfspaket die neuen Energiepreisbremsen im Fokus, die von jetzt an bis April 2024 die Verbraucherpreise stabilisieren sollen. Hier ist ein Überblick über alle Maßnahmen des dritten Hilfspakets in chronologische Reihenfolge:

Dezember 2022: Soforthilfe durch Erlassung der Abschlagzahlung

Zuerst erhielten Verbraucher:innen noch im Dezember 2022 die sogenannte Dezemberhilfe. Als Soforthilfe wurde Gas- und Fernwärmekunden die Abschlagzahlung im Dezember erlassen. Das bedeutet, dass der Betrag im Dezember entweder gar nicht abgebucht wurde oder zurücküberwiesen wird. Der exakte Entlastungsbetrag wird dann mit der Jahresabrechnung ermittelt, wobei der im September 2022 prognostizierte Jahresverbrauch als Bemessungsgrundlage dient. Für Fernwärmekunden ist sogar noch ein Zuschlag von 20 Prozent auf den September-Abschlag vorgesehen. Die Soforthilfemaßnahme wurde aufgenommen, da die Preisbremsen erst 2023 in Kraft treten werden. Allerdings bringt die Soforthilfe in erster Linie Hausbesitzer:innen eine unmittelbare Entlastung. Viele Mieter:innen, die Gas oder Wärme indirekt über ihren Vermieter beziehen, werden nach aktuellem Stand erst bei der nächsten Nebenkostenabrechnung von der Dezemberhilfe profitieren.

Dezember 2022: Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Gas

Für Gaskunden bringt das dritte Hilfspaket gleich mehrere Erleichterungen: Die Bundesregierung verzichtet auf die ursprünglich geplante Gasumlage und hat stattdessen mehrere Maßnahmen zur Entlastung der Verbraucher:innen beschlossen. Bereits jetzt wurde die Mehrwertsteuer auf Gas von 19 Prozent auf 7 Prozent reduziert.

Dezember 2022: Energiepreispauschale für Rentner:innen

Auch die Rentner:innen profitierten noch im vergangenen Jahr von dem Hilfspaket: Die Rentenversicherung zahlte ihnen im Dezember eine Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro aus.

Januar 2023: Erhöhung von Kindergeld und Kindergeldzuschlag

Das Kindergeld wird zum 1. Januar für das erste, zweite und dritte Kind um 18 Euro angehoben. Es liegt dann bei 237 Euro im Monat. Ursprünglich war die Erhöhung nur für die ersten beiden Kinder geplant gewesen. Die Ampel-Regierung besserte im Rahmen des dritten Hilfspakets in diesem Punkt aber nach. Zudem wurde der Kindergeldzuschlag zum 1. Januar 2023 nochmals erhöht und auf 250 Euro im Monat angehoben.

Januar 2023: Weitere Maßnahmen für Steuerpflichtige und Studierende

Die Home-Office-Pauschale, die noch aus der Corona-Zeit stammt, wird entfristet – und erhöht. War die Pauschale bislang auf 600 Euro im Jahr begrenzt, können ab 2023 bis zu 1.260 Euro jährlich geltend gemacht werden. Damit sind künftig 210 statt 120 Homeoffice-Tage begünstigt. Steuerpflichtige können also pro Tag im Homeoffice sechs Euro in der Einkommenssteuererklärung geltend machen. Nach dem Heizkostenzuschuss für BaföG-Empfängerinnen und -empfänger werden alle Student:innen sowie Fachschüler:innen eine Einmalzahlung von 200 Euro erhalten. Obwohl das Gesetz mittlerweile verabschiedet ist, hakt es allerdings noch bei der Umsetzung. Da dem Staat die Kontodaten von Studenten und Fachschülern nicht grundsätzlich vorliegen, wird aktuell an einer Online-Plattform gearbeitet, auf der der Heizkostenzuschuss beantragt werden kann. Eine Auszahlung noch im Januar gilt daher als unwahrscheinlich.

Januar 2023: Reform des Wohngelds

Haushalte mit einem geringen Einkommen sollen ab Anfang 2023 im Schnitt rund 370 Euro Wohngeld. Bisher lag der Durchschnittswert bei 180 Euro. Die neue Heizkostenkomponente von 2,00 Euro pro Quadratmeter soll die gestiegenen Energiekosten abfedern. Außerdem steht voraussichtlich Ende Januar oder Anfang Februar die Auszahlung des zweiten Heizkostenzuschusses für Wohngeldempfänger an. Die Höhe richtet sich nach der Haushaltsgröße. Ein-Personen-Haushalte erhalten beispielsweise einmalig 415 Euro, Zwei-Personen-Haushalte bekommen 540 Euro und für jede weitere Person gibt es 100 Euro zusätzlich. Für Studenten und Azubis wird es einen Pauschalbetrag von 345 Euro geben.

Januar 2023: Das neue Bürgergeld

Das Arbeitslosengeld II heißt ab Januar 2023 Bürgergeld. Die Änderung sind vor, dass unter anderem der Regelsatz um rund 53 Euro auf 502 Euro monatlich angehoben wird. Die Erhöhung ist auch eine Reaktion auf die gestiegenen Preise. Außerdem wird das Schonvermögen für Bezieher erhöht. Die Freibeträge für Hinzuverdienste steigen von 20 auf 30 Prozent.

März 2023: Preisbremse für Gas und Wärme

Die eigentliche Preisbremse für Gas und Wärme startet dann im März 2023. Allerdings wird die Preisbremse nach aktuellem Stand auch rückwirkend für die Monate Januar und Februar gelten. Die genaue Ausgestaltung der Gaspreisbremse steht noch nicht final fest. Es zeichnet sich ab, dass Verbraucher:innen für einen gewissen Grundverbrauch maximal einen Gaspreis von voraussichtlich 12 Cent pro Kilowattstunde zahlen müssen. Bei Fernwärmekunden soll der garantierte Bruttorpreis für den Grundverbrauch nach aktuellen Plänen bei 9,5 Cent pro Kilowattstunde liegen. Wer mehr als den Grundbedarf verbraucht, zahlt den Marktpreis und damit in der Regel deutlich mehr. Der Grundbedarf soll bei 80 Prozent des bisherigen Verbrauchs liegen. Wer es also schafft, beim eigenen Verbrauch 20 Prozent einzusparen, kann die Mehrkosten in diesem Jahr stark eingrenzen. Verbraucher:innen sollten allerdings beachten, dass auch der subventionierte Gaspreis von 12 Cent deutlich höher ist als im letzten Jahr. Zum Vergleich: Im 2. Halbjahr 2021 zahlten private Haushalte im Durchschnitt 6,83 Cent je Kilowattstunde für Erdgas.

März 2023: Preisbremse für Strom

Genau wie die Gaspreisbremse wird die Strompreisbremse im März dieses Jahres eingeführt, soll rückwirkend aber schon ab Jahresbeginn gelten. Auch hier soll den privaten Haushalten für einen Grundbedarf von 80 Prozent des bisherigen Verbrauchs ein maximaler Preis (40 Cent pro Kilowattstunde) garantiert werden. Verbraucher:innen sollten wie bei der Gaspreisbremse nicht außer Acht lassen, dass der durchschnittliche Strompreis im 1. Halbjahr 2021 mit 32,62 Cent je Kilowattstunde Strom noch deutlich niedriger lag. Es ist also trotz der Preisbremse mit deutlich höheren Kosten zu rechnen. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

April/Mai 2023: 49-Euro-Ticket kommt

Im öffentlichen Personennahverkehr soll man im neuen Jahr für 49 Euro im Monat deutschlandweit unterwegs sein können. Wann der Nachfolger des 9-Euro-Tickets startet, ist noch unklar. Ursprünglich sollte es Anfang 2023 losgehen. Doch ungeklärte Fragen bei der Finanzierung verzögern die Einführung. Aktuell wird April oder Mai als Starttermin avisiert.

Welchen Einfluss haben die steigenden Energiepreise auf meine Bonität und den SCHUFA-Score?

Viele Menschen sorgen sich darüber hinaus, dass sie durch die steigenden Energiepreise in finanzielle Nöte geraten und sich dies negativ auf ihre Bonität auswirkt. Die jüngste Verbraucherumfrage der SCHUFA zum Beispiel hat ergeben, dass 40 Prozent der Befragten keine Rücklagen mehr haben und weitere 36 Prozent befürchten, dass ihre Rücklagen nicht ausreichen, wenn die Energiekrise weiterhin zu immens höheren Kosten führt. Also angenommen: Ich kann meine Stromrechnung nicht bedienen - was passiert dann?

In der Regel bekommt man in Deutschland mit fast jedem SCHUFA-Score einen Energievertrag. Auch wenn ein negativer SCHUFA-Eintrag vorliegt, kann es durchaus zu einem Vertragsabschluss kommen, denn auch Personen mit Zahlungsstörungen zahlen ein so essenzielles Produkt wie Energie in der Regel wesentlich länger und verlässlicher, als andere Rechnungen.

Außerdem werden Zahlungsstörungen bei Energieversorgern bei der SCHUFA erst dann gemeldet, wenn es bereits zu einer Zwangsvollstreckung gekommen ist. Das heißt: Verbraucher:innen sollten sich bei Zahlungsschwierigkeiten so früh wie möglich mit ihrem Energieversorger in Verbindung setzen.

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