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Kauf auf Raten und Null-Prozent-Finanzierung: ein Teufelskreis?

Selbstverständlich habe auch ich schon etwas auf Raten gekauft und bereits mehrfach Null-Prozent-Finanzierungen in Anspruch genommen. Zum Teufelskreis hat sich das jedoch nie entwickelt. Allerdings kenne ich auch andere Beispiele. Deshalb möchte ich heute versuchen, dieses Thema von verschiedenen Seiten näher zu beleuchten, um daraus auf die Auswirkungen auf unseren SCHUFA-Score zu schließen. Ein Gastbeitrag von Celine Nadolny.

Wir alle werden in unserem Leben das ein oder andere Mal in Situationen geraten, in denen wir gewollt oder auch ungewollt kurzzeitig finanziell nicht so liquide sind, wie wir es gerne wären. Häufig tritt sowas im Zusammenhang mit Umzügen in jungem Alter auf. Man zieht das erste Mal aus oder nach dem Studium aus der kleinen WG in eine größere Wohnung und muss auf einmal eine ganze Menge Hausstand und auch essenzielle Dinge anschaffen, ohne jemals vorher größeres Geld verdient zu haben.

Zur Person: Celine Nadolny

Blonde Frau am lächeln

Celine Nadolny hat nicht nur zahlreiche Auszeichnungen für ihren Finanzblog erhalten, sondern ist mit über 620 rezensierten Büchern und einer Community von über 60.000 Followern auch die einflussreichste Sachbuchkritikerin Deutschlands. Mit der Unterstützung unserer Kooperationspartnerin Celine Nadolny, die mit dem Finanzblog Book of Finance bekannt geworden ist, möchten wir der jungen Zielgruppe SCHUFA-Themen näher bringen und mit dem einen oder anderen Mythos rund um unser Geschäftsmodell aufräumen. Auf Celines Instagram-Kanal @bookoffinance könnt Ihr dies mitverfolgen und Euch auch an den Diskussionen beteiligen.

„Ich selbst habe dennoch Null-Prozent-Finanzierungen und Ratenkäufe bereits in Anspruch genommen, aber weshalb?“

Prinzipiell sollten wir alle solchen Situationen entgehen, indem wir schon früh einen Notgroschen von mindestens drei Monatseinkommen oder 5.000 EUR aufbauen. Damit sollten wir auch in solchen Situationen handlungsfähig bleiben. Doch was ist, wenn wir das aus irgendwelchen Gründen doch nicht können oder wollen? Nun, dann stecken wir erst einmal in der Situation fest und müssen abwägen. Und wenn dann die Entscheidung zwischen dem Überziehen des Girokontos mit gut und gerne mal zweistelligen Sollzinsen und einer 0-Prozent-Finanzierung für die Küche liegt, dann kann man es keiner rational denkenden Person verübeln, wenn sie sich für die Finanzierung entscheidet. Problematisch wird es allerdings, wenn die Küche aufgrund der Möglichkeit der Finanzierung auf einmal immer größer und pompöser wird.

„Ach, wenn wir es schon finanzieren können, dann nehmen wir doch noch den größeren Kühlschrank, den besseren Herd, die teureren Griffe und mehr Stauraum.“

Genau da beginnt der Teufelskreis, in den ich nie getappt bin. Vielleicht, weil ich bereits mit 16 Jahren dank all der Finanzbücher den Unterschied zwischen Verbindlichkeiten und Investitionen verstanden habe oder schlicht rationaler bleibe. Denn Menschen, die so reden, wie ich es oben simuliert habe, lassen sich in solchen Momenten vom Kaufrausch leiten.

Für deinen SCHUFA-Score ist es prinzipiell erst einmal ein guter Impuls, wenn du in jungen Jahren durch solche Ratenkäufe beweist, dass man mit dir Geschäfte machen kann und du deinen Verpflichtungen auch nachkommst. Du setzt so gesehen erste Referenzgeschäfte. Kritisch wird es, wenn du dem Kaufrausch erliegst und immer mehr Ratenkäufe tätigst, irgendwann den Überblick verlierst oder dich schlicht übernimmst. Wenn dann die ersten Raten platzen, du Briefe mit Rücklastschriften von deiner Bank erhältst, zeigt sich die Schattenseite dieses Konsums.

Im Grunde kann man sagen: Habe im Idealfall einen Notgroschen, der ausreichend groß ist, damit du bei einem defekten Auto, einer neuen Waschmaschine und gegebenenfalls sogar einem Umzug nicht direkt auf Kredite angewiesen bist. Falls es doch einmal passieren sollte, dann komm deinen Verpflichtungen nach und kauf nicht mehr und größer, nur weil du es nicht direkt bezahlen musst. Und zu guter Letzt darfst du auch liebend gerne all die netten Kreditangebote der Banken ignorieren, bei denen du Ratenfinanzierungen über beispielweise dein Möbelhaus abgeschlossen hast. Denn die werden noch Jahre später kommen – müßig zu erwähnen, dass du das natürlich abbestellen kannst.

Am Ende ist es wie so häufig das, was du daraus machst. Die Dosis macht das Gift und was dich schließlich rettet, ist deine rationale Standhaftigkeit, den Versuchungen nicht zu erliegen.

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