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Wo der Score-Simulator den Empfehlungen der Verbraucherpolitik folgt

Der Score-Simulator gibt erstmals Einblicke in die Prinzipien der SCHUFA-Bonitätsberechnung. Er folgt den Handlungsempfehlungen des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen. Was macht dieses Gremium – und was davon findet sich im Score-Simulator wieder?

1. Wer ist der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen?

Der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (SVRV) ist ein Gremium, das dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) zugeordnet ist. Es wurde 2014 gegründet und soll auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse das für den Verbraucherschutz zuständige Bundesressort bei der Gestaltung der Verbraucherpolitik unterstützen. Die neun Mitglieder verfügen über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in Verbraucherfragen – darunter sind u.a. Expert:innen für Wirtschaft, Recht, Soziologie oder Digitalthemen. Es handelt sich um ein unabhängiges Gremium.

2. Warum ist das für die SCHUFA und ihren Score so wichtig?

Im Oktober 2018 veröffentlichte der SVRV das Gutachten „Verbrauchergerechtes Scoring“. Die Ziele dieses Gutachtens waren, die Informationslage und das Wissen über Scoring zu verbessern, die empirische Basis zu erweitern, rechtliche Fragen zu adressieren sowie Regeln für verbrauchergerechtes Scoring anzuregen. Dafür formuliert der Sachverständigenrat konkrete Handlungsempfehlungen. Eine davon: Scoring für Verbraucher:innen verständlich machen. Um das zu erreichen, müssen laut SVRV folgende Punkte erfüllt sein:

  • Maßstab für Verständlichkeit sind „Durchschnittsverbraucher“.
  • Wesentliche Merkmale sowie möglichst auch deren Gewichtung offenlegen – ohne Verletzung von Geschäftsgeheimnissen.
  • Scores und deren Abstufungen sowie empirische Überprüfung der Verständlichkeit beispielhaft darstellen.
  • Entwicklung von Standards für Verständlichkeit und Relevanz sowie Information darüber, wie der persönliche Score bezüglich der Verteilung aller Score-Werte in der Bevölkerung zu interpretieren ist.
  • Eine zeitnahe kostenlose Rückmeldung bei größerer Veränderung eines individuellen Scores (z. B. das Abrutschen in eine schlechtere Kategorie) ist zu gewährleisten – zumindest als wählbare Option.

Zusätzlich zu diesen Punkten regt der SVRV an, Scoring-Wissen und Kompetenzen zu Bonität zu fördern. Konkret sollen Unternehmen wie die SCHUFA „Wissen zu Grundaspekten vermitteln, die alle Bereiche des Scorings und seine Verwendung in bestimmten Geschäftsfeldern betreffen“ und „Kompetenzen fördern, um informierte Entscheidungen hinsichtlich der Teilnahme an einem Scoring-Verfahren zu treffen“, wie SVRV in seinem Scoring-Gutachten schreibt.

Diese Anforderungen waren die Grundlage für die Entwicklung des SCHUFA Score-Simulators.

SCHUFA Score-Simulator - Making-of

Wie hat das Projektteam den Score-Simulator entwickelt? Das Making-of gibt Einblicke in die Arbeit und die Herausforderungen.

3. Wo orientiert sich der Score-Simulator an den Empfehlungen des Sachverständigenrats?

SCHUFA-Mitarbeiter:innen haben unterschiedliche Ansätze erarbeitet, um das SCHUFA-Scoring verständlicher im Sinne des SVRV Gutachtens zu machen. Ursprünglich gab es zwei Ideen: eine hat die Funktionsweise des Scoring beispielhaft an verschiedenen typischen Persona demonstriert. Die andere – der Vorgänger des heutigen Simulator – hat eine genaue Score-Berechnung auf Basis von 15 Fragen vorgenommen. Die Ideen wurden immer wieder empirisch vertestet. Um nah am vom SVRV genannten „Durchschnittsverbraucher“ zu bleiben, wurden Befragungen mit Personen durchgeführt, die unterschiedliches finanzielles Hintergrundwissen mitbrachten und die sich in verschiedenen Lebenssituation befanden. Diese haben die Ideen getestet und ihr Feedback gegeben: Ist die Anwendung verständlich? Lernen sie etwas? Und liefert das ihnen einen Mehrwert? Durchgesetzt hat sich dabei ganz klar die Anwendung, in der persönliche Angaben gemacht werden konnten. Ebenfalls ein Wunsch: Erläuterungen zu den einzelnen Fragestellungen. Denn es wurde klar, dass nicht jede Person intuitiv weiß, was alles zu einer Kreditkarte zählt. Daher wurde auch das Thema Finanzbildung ein wesentlicher Teil der Aufgabe.

Darüber hinaus sprachen sich die Personen für vereinfachte Darstellungen aus. 15 Fragen wurden beispielsweise als zu zeitaufwändig und komplex bewertet. Durch die Reduzierung auf sieben Fragen wurde der Simulator nicht nur einfacher, es wird beim Ausprobieren auch die Gewichtung der einzelnen Faktoren deutlich. Die sieben Merkmale, die im Simulator abgefragt werden, sind: Alter des Girokontos, Anzahl der Kreditkarten, Anzahl der Ratenkredite, Existenz eines Immobilienkredits, Anzahl der Online-Käufe auf Rechnung, Zeitpunkt des letzten Umzugs, Existenz von offenen und erledigten Zahlungsausfällen. Als zu komplex wurden beispielsweise folgende Fragen beurteilt: Wenn Sie Ratenkredite haben, mit welcher Laufzeit sind diese im Schnitt abgeschlossen? Oder: Wann haben Sie Ihren ältesten noch bestehenden oder innerhalb der letzten 3 Jahre getilgten Ratenkredit erhalten? Allesamt Fragen, die zwar für den SCHUFA-Score eine Rolle spielen, die man aber nicht unbedingt sofort beantworten kann, sondern erst nach einem Blick in die eigenen Unterlagen.

Obwohl wir mit dem Simulator nur 7 Faktoren abdecken, haben wir darauf geachtet, die wichtigsten Faktoren auszuwählen. Alle Faktoren sind statistisch hochsignifikant und typischerweise Bestandteil unserer Scores.

Und: Es gibt kaum Vertragsdaten, die wir verarbeiten und im Simulator nicht preisgeben. Wir haben nur nicht jede Variante in der Anwendung. Ein Beispiel: Im Simulator fragen wir das Alter des ältesten Girokontos ab. Darüber hinaus kann aber z.B. auch die Anzahl an Girokonten eine Rolle für den Score spielen. Oder, wie oben genannt: Neben der Anzahl der laufenden Ratenkredite kann auch deren Laufzeit oder Alter im Scoring berücksichtigt werden.

Der Score-Simulator ist also im Ergebnis der „kleine Bruder oder die kleine Schwester“ des SCHUFA-Basisscores, wie es SCHUFA-Vorstandsvorsitzende Tanja Birkholz bei der Vorstellung des digitalen Tools nannte. Er basiert auf den wesentlichen Faktoren des Scorings. Aufgrund der Anforderungen von Verbraucher:innen sowie Verbraucherschutz ist das Modell zwar vereinfacht, die Übereinstimmung mit dem echten Score ist dennoch sehr hoch: Insgesamt liegt der Anteil, bei dem der echte Basisscore in der entsprechenden Simulatorklasse liegt, bei 60,4 Prozent. Damit ist der Score-Simulator ein wichtiger Meilenstein für die SCHUFA und ihre Transparenzoffensive.

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