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Hände wärmen sich über Heizung

Steigende Energiepreise: Was Verbraucher:innen jetzt tun können

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine treibt die Energiepreise in die Höhe. Es ist für viele Menschen in Deutschland eine immense finanzielle Belastung – für die sie nichts können. Was hilft kurzfristig? Wo kann ich Geld einsparen? Und was macht das mit meiner SCHUFA-Bonität?

Besonders Haushalte mit niedrigem Einkommen sind von den dramatischen Preissteigerungen bei Gas, Öl und Strom, aber auch Dingen des täglichen Bedarfs betroffen. Viele Verbraucher:innen sehen schwierigen Zeiten entgegen, die mitunter existenzbedrohend sein können.

Die Analysen des SCHUFA-Datenbestands zeigen zwar noch keine Auffälligkeiten bei den Zahlungsstörungen. Aber viele Energieversorger rechnen auch eher ab Anfang 2023 mit Zahlungsausfällen.

Eine Studie der DIW Econ. kommt zu dem Schluss: „Die anteilige Belastung der einkommensschwächsten Haushalte bei der aktuell prognostizierten Inflationsentwicklung ist nahezu fünf Mal so hoch wie die der einkommensstärksten. Fast 70 Prozent ihres Nettohaushaltseinkommens geben die 20 Prozent der Haushalte mit den niedrigsten Einkommen für die durch die Inflation besonders belasteten Bereiche Nahrungsmittel, Wohnen und Verkehr aus.“

Kann man sich auf diese zusätzlichen, finanziellen Belastungen vorbereiten? Was sind Einsparmöglichkeiten bei Energie – aber auch in anderen Bereichen? Die SCHUFA hat mit einem Schuldnerberater geredet – und Tipps der Verbraucherschützer:innen zusammengestellt, genauso wie Apps zur Unterstützung. Der Überblick – in sechs Schritten:

1. Überblick behalten

Roman Schlag ist Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) vom Caritasverband für das Bistum Aachen e.V. Er ist zudem Mitglied im Verbraucherbeirat der SCHUFA. Schlag empfiehlt Verbraucher:innen mit kleinen Budgets als mögliche Erste-Hilfe Maßnahmen dies: „Verschaffen Sie sich einen Kostenüberblick der monatlichen Ein- und Ausgaben und erstellen Sie auf dieser Basis einen strukturierten Haushaltsplan, um so viel wie möglich einzusparen.“ Hilfestellung und einen Test, wie kritisch die eigene Haushaltssituation ist, gibt es auf: www.meine-schulden.de.

Auch digitale Tools und Apps können helfen, den Überblick über Ausgaben und Einnahmen zu behalten. Zum Beispiel: ·

2. Energie sparen

Am effektivsten ist es, Energie zu sparen. Dabei lassen sich mit kleineren Verhaltensänderungen im Jahr 250 Euro und mehr sparen, so das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Hier sind Tipps, die nichts kosten:

  • Wer bei Geräten den Standby-Modus vermeidet und alle Haushaltsgeräte mithilfe einer Steckerleiste immer komplett ausschaltet, kann bis zu 60 Euro im Jahr an Stromkosten vermeiden.
  • Beim Kochen den Deckel zu nutzen, spart laut Ministerium bis zu 27 Euro im Jahr.
  • Die Waschmaschine ganz statt nur halb voll zu machen, kann Einsparungen von bis zu 25 Euro im Jahr bringen.

Wie kleine Dinge große Wirkung entfalten, zeigen folgende Beispiele: So spart Backen mit Umluft etwa 15 Prozent an Energie im Vergleich zu Ober- und Unterhitze. Ist der Kühlschrank hingegen um nur 1 Grad Celsius kühler gestellt, steigt der Stromverbrauch bereits um etwa 6 Prozent.

Konkrete Tipps, speziell für einkommensschwache Haushalte, kann der Stromsparcheck der Caritas geben oder die Energieberatung der Verbraucherzentralen. Energiespartipps in einfacher Sprache finden sich ebenfalls bei der Verbraucherzentrale.

3. Weitere Einsparpotenziale nutzen

Gegebenenfalls wird trotzdem das Budget knapp und es ist notwendig, noch mehr Einsparungen vorzunehmen. Schuldnerberater-Chef Roman Schlag von der Caritas gibt diese Tipps:

  • Beim Einkaufen sparen: Statt täglich einzukaufen ist es besser, eine Wochen-Einkaufsliste zu erstellen, Supermarkt-Angebote sollten genutzt werden, auch Einkäufe in Second-Hand-Läden und Tauschbörsen sparen Geld.
  • Abos überprüfen: Abonnements sollten kritisch durchgesehen und möglicherweise gekündigt werden.
  • Versicherungen checken: manche Versicherungen sind eventuell überflüssig, ein jährlicher Check bspw. der KFZ-Versicherung und ein Umstellen von Verträgen kann sinnvoll sein.“

Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten, die die Verbraucherzentrale NRW aufgelistet hat.

4. Hilfsangebote annehmen

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V. befasst sich seit vielen Jahren mit dem Thema Energie­armut und Zahlungsproblemen rund um die Energie­rechnung und bietet kostenlose Beratung für Verbraucher:innen an, denen der Strom gesperrt wurde oder gesperrt werden soll. Informationen und Kontaktdaten zu den Beratungsstellen finden sich hier.

Darüber hinaus haben einige Kommunen spezielle Förderprogramme aufgesetzt. In München können Menschen, deren Einkommen unter der Armutsrisikogrenze liegt, ab 1. Juli einen Stromkostenzuschuss beantragen. In Kassel ist ein einmaliges Einwohner-Energie-Geld in Höhe von 75 Euro pro Person ab Oktober beschlossen worden.

Gibt es Ärger mit dem Energieversorger, finden Verbraucher:innen beim Verbraucherservice Energie der Bundesnetzagentur Informationen zu ihren Rechten im Energiebereich, den geltenden Rechtsvorschriften und einem effektiven Vorgehen bei einer Auseinandersetzung mit einem Gas- oder Stromversorger erhalten.

5. Rücklagen bilden

„Mit den Einsparungen können Verbraucher:innen bereits jetzt den monatlichen Abschlag für ihre Stromrechnung erhöhen, so verhindern sie einen Preisschock Anfang nächsten Jahres. Ist das nicht möglich, sollten sie monatlich eine kleine Summe auf ein Extra-Konto für unvorhergesehene Ausgaben zurücklegen“, so Roman Schlag. „Wer Schwierigkeiten hat, seine Rechnungen zu bezahlen, sollte die absolute Priorität auf die Miete, den Strom und das Gas legen. Eine Energiesperre gilt es, unbedingt zu vermeiden.“

6. Zahlungsstörungen vermeiden

Viele Energieversorger sind SCHUFA-Kunden und informieren sich bei uns vor Vertragsabschluss über die Bonität von Verbraucher:innen. Diese SCHUFA-Anfragen sind scoreneutral. Das bedeutet: Wenn Verbraucher:innen sich über Energietarife informieren und Konditionen vergleichen, hat das keine Auswirkungen auf deren SCHUFA-Score. Auch der Abschluss eines neuen Energievertrags spielt für den SCHUFA-Score keine Rolle. Die SCHUFA speichert zudem keine Informationen darüber, wie häufig man seinen Stromanbieter wechselt – damit hat ein häufiger Anbieterwechsel oder die Vertragsdauer keinen Einfluss auf den Score.

Die einzige Ausnahme: Es kommt bei dem Energieversorger zu Zahlungsstörungen, die zwangsvollstreckt werden sollen. Das führt zu einem negativen SCHUFA-Eintrag und verschlechtert den Score.

Übrigens: In der Regel bekommt man in Deutschland mit fast jedem SCHUFA-Score einen Energievertrag. Auch wenn ein negativer SCHUFA Eintrag vorliegt, kann es durchaus zu einem Vertragsabschluss kommen, denn auch Personen mit Zahlungsstörungen zahlen ein so essenzielles Produkt wie Energie in der Regel wesentlich länger und verlässlicher, als andere Rechnungen.

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