SCHUFA Corona-Update #1:Verschuldung der Menschen in Deutschland trotz Corona aktuell unverändert

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Aktuell keine Anzeichen für signifikante Zunahme von Zahlungsstörungen // Anzahl neu abgeschlossener Kreditverträge nach deutlicher Delle wieder auf Höhe des Vorjahresdurchschnitts // Eine seriöse Prognose zur weiteren Entwicklung derzeit kaum möglich // Besonnenheit und effektives Risikomanagement daher wichtiger, als eine Stimmungs- und Vertrauenskrise herbeizureden.

Wiesbaden, 5. Oktober 2020 – Trotz Corona ist derzeit kein Anstieg der Verschuldung der Menschen in Deutschland festzustellen. Dies belegen aktuelle Auswertungen des Datenbestandes der SCHUFA. Danach zeigt sich die Entwicklung der Anzahl der Personen, zu denen erstmalig eine Zahlungsstörung gemeldet worden ist, auch nach dem Ende der von der Bundesregierung erlassenen Regelungen zum Zahlungsaufschub im Vergleich zum Jahr 2019 stabil.

„Es gibt derzeit keine Anzeichen, die auf eine signifikante Zunahme von Zahlungsstörungen oder flächendeckende Probleme bei der Kreditrückzahlung hinweisen. Die Menschen haben auf die Situation reagiert und ihr Ausgabenverhalten angepasst. Inwieweit es nun in der Breite zu einem Anstieg der individuellen Vereinbarungen zwischen Schuldnern und Gläubigern kommt, bleibt abzuwarten. Eine seriöse Prognose darüber ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum möglich“, betont Tanja Birkholz, Vorstandsvorsitzende der SCHUFA Holding AG.

Der Blick auf die Anzahl neu abgeschlossener Kreditverträge gibt ebenfalls aktuell keinen Anlass zu der Annahme einer höheren Verschuldung privater Verbraucher bzw. eines höheren Kapitalbedarfs, der über Kredite gedeckt wird. Nach dem zunächst deutlichen Einbruch um bis zu 40 Prozent in den Monaten April und Mai 2020 (im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2019) hat sich die Anzahl der an die SCHUFA gemeldeten neu abgeschlossenen Konsumentenkredite lediglich wieder auf dem Niveau des Jahresdurchschnitts 2019 eingependelt. Ein Anstieg, der auf eine zunehmende Verschuldung hinweist, ist derzeit nicht zu erkennen.

„Wir sehen durch die Corona-Pandemie branchenspezifische Sonderbelastungen sowie eine Beschleunigung des Strukturwandels in der Wirtschaft. Es gilt, den Transformationsprozess durch vorausschauendes Risikomanagement in Handel, Industrie und Kreditwirtschaft und effektive flankierende staatliche Unterstützungsmaßnahmen zu meistern. Dies ist anspruchsvoll genug. Bei aller Konzentration auf das gegenwärtige Krisenmanagement müssen wir daher aufpassen, dass wir uns nicht zusätzlich noch in eine Stimmungs- und Vertrauenskrise hineinreden“, sagt Tanja Birkholz.

Wie die Krise auf die private Situation durchschlägt, wird vor allem davon abhängen, wie sich mit Beginn des dritten Quartals die Insolvenzen entwickeln und was passiert, wenn Kurzarbeiterregelungen auslaufen oder Unternehmen im größeren Umfang beginnen, Arbeitsplätze abzubauen.

 

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