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Neue SCHUFA-Umfrage: Selbständige fürchten Wirtschaftskrise

Neues Jahr, neues Glück? Nicht für die Soloselbständigen und Kleinstunternehmen in Deutschland. Sie leiden unter den Preissteigerungen – und auch die Rücklagen fehlen.

Wiesbaden, 29.12.2022 - Sie leiden unter den steigenden Kosten, ihnen fehlen die Rücklagen: Selbständige und Kleinstbetriebe gehen mit großen Sorgen in das neue Jahr 2023. Mehr als die Hälfte der Soloselbständigen (54 Prozent) und Kleinstunternehmen (56 Prozent) fürchtet eine echte Wirtschaftskrise. Damit liegen die Sorgen auf dem gleichen Niveau wie kurz nach Ausbruch des Kriegs in der Ukraine. In der Mai-Umfrage hatten 54 Prozent der Soloselbstständigen und 50 Prozent der Kleinstunternehmen große Sorgen vor einer echten Wirtschaftskrise geäußert. Vor allem die allgemeinen Preissteigerungen machen den kleinen Betrieben Probleme: 70 Prozent der Soloselbständigen und 83 Prozent der Kleinstunternehmen bis 5 Mitarbeitenden sagen, dass sie hiervon stark oder sehr stark betroffen sind (erstmals erhoben). Das ist das Ergebnis der neuen SCHUFA-Unternehmensumfrage.

Betriebe reagieren mit Preiserhöhungen

Auf die Kostensteigerungen reagieren Soloselbständige (30 Prozent) und Kleinstunternehmen (48 Prozent) vor allem mit Preiserhöhungen. Ein Teil der Befragten (Soloselbständige: 15 Prozent, Kleinstunternehmen: 21 Prozent) setzt darüber hinaus auf günstigere Arbeitsmaterialien und Einsparungen beim Wareneinkauf. Doch noch nicht alle Unternehmen scheinen eine Antwort gefunden zu haben: 48 Prozent der Soloselbständigen und 32 Prozent der Kleinstunternehmen geben an, dass sie bisher noch keine Maßnahmen ergriffen haben, um auf die steigenden Preise zu reagieren. Auch diese Fragen wurden erstmals erhoben.

Vielen Unternehmen fehlen Rücklagen

„Die Lage für kleine Betriebe und Soloselbständige ist besorgniserregend“, sagt Ole Schröder, Vorstand der SCHUFA Holding AG. „Vielen fehlen die Rücklagen.“ So geben 30 Prozent der Soloselbständigen an, dass sie keine Möglichkeit haben, unternehmerische Rücklagen zu schaffen. 28 Prozent legen aktuell weniger oder deutlich weniger zurück als vor der Energiekrise. Nur leicht besser sieht es bei den Kleinstunternehmen aus: Hier können nur 15 Prozent keine unternehmerischen Rücklagen bilden, 34 Prozent legen weniger zurück (erstmals erhoben).

Neben den finanziellen Ängsten treibt die Kleinstunternehmen noch eine andere Sorge um: mangelndes Personal. 34 Prozent der Befragten gibt an, dass der Fachkräftemangel ein Problem für sie ist – im Mai hatten dies erst 14 Prozent angegeben.

Zahlungsverzüge weiterhin hoch

Die schwierige wirtschaftliche Gesamtsituation drückt laut SCHUFA-Umfrage auch auf die Zahlungsmoral der Kundinnen und Kunden: 51 Prozent der Kleinstunternehmen (Mai: 44 Prozent) und 34 Prozent der Soloselbständigen (Mai: 35 Prozent) haben die Erfahrung gemacht, dass Kunden Rechnungen häufiger verspätet beglichen haben. 15 Prozent der Soloselbständigen (Mai: 18 Prozent) und 27 Prozent der Kleinstunternehmen (Mai: 22 Prozent) berichten über nicht beglichene Rechnungen.

„Was die Zahlungsausfälle der Unternehmen selbst betrifft, können wir noch keinen Anstieg sehen“, so Ole Schröder. „Die Werte der so genannten Negativquote liegen noch durchgängig unterhalb der beiden Vorjahre.“ Die SCHUFA hatte im November 2022 zu 9,0 Prozent der Gewerbetreibenden, Freiberuflern oder eingetragenen Kaufleuten in Deutschland mindestens ein Negativmerkmal gespeichert.

Zur Umfrage: Die Online-Befragung wurde vom 23.11.2022 bis zum 01.12.2022 unter 512 Soloselbständigen und 300 Kleinstunternehmen im Auftrag der SCHUFA von Nordlight Research durchgeführt. Befragt wurden Soloselbständige (Selbständige, die keine weiteren Mitarbeitenden beschäftigen) sowie Kleinstunternehmer (Unternehmen mit maximal fünf Mitarbeitenden, inkl. Inhaberin/ Inhaber).

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