Robert Kauffmann gehörte mit Kurt Meyer und Walter Gerhard Meyer zum Gründerkreis der SCHUFA (1927). Der promovierte Jurist arbeitete zu dieser Zeit bereits in leitender Position bei der Berliner Bewag. Dort war er seit 1924 Leiter der kaufmännischen Verwaltung, wurde 1930 Mitglied des Verwaltungsausschusses und 1931 in den Vorstand berufen. Zugleich übernahm er als Vertreter der Bewag den Vorsitz des Verwaltungsausschusses der neu gegründeten SCHUFA.

Kauffmann stammte aus einer jüdischen Familie aus Stuttgart. Nach einem Studium der Rechtswissenschaft und dem Ersten Weltkrieg, für den er sich freiwillig meldete, führte ihn sein beruflicher Weg nach Berlin. Dort arbeitete er zunächst beim Reichskommissar für das Kohlewesen, bevor er zur Bewag wechselte.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten änderte sich die Situation für Kauffmann grundlegend. Bereits im März 1933 wurde er verhaftet. Die Nationalsozialisten stellten ihn vor die Wahl, entweder seine Position bei der Bewag sofort aufzugeben oder in ein Konzentrationslager verschleppt zu werden. Wenige Tage später floh er mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern aus Deutschland. Aus Angst vor der Beschlagnahmung seines Vermögens erfolgte die Ausreise ohne offizielle Genehmigung. Dennoch verlor die Familie während der Flucht einen großen Teil ihres Besitzes und ihrer Ersparnisse.

Über die Schweiz und Frankreich gelangte Kauffmann schließlich nach Großbritannien. Dort gelang ihm nur noch eingeschränkt die Rückkehr ins Berufsleben. Von 1936 an arbeitete er für ein kleines Unternehmen der Elektrobranche. Gleichzeitig hielt er Kontakt zu liberalen deutschen Widerstandsgruppen im Exil und unterstützte deren Verbindungen zur britischen Regierung. Am 12. März 1942 starb Robert Kauffmann in London an den Folgen eines Verkehrsunfalls.