Nutzen für den Menschen schaffen: Sichere Geschäfte in der digitalen Welt ermöglichen.

In der heutigen Zeit laufen Geschäftsprozesse zunehmend digital ab. Die Distanz zwischen Unternehmen und ihren Kunden wächst, oft besteht kein direkter persönlicher Kontakt mehr. Wir bei der SCHUFA sehen es als unsere Aufgabe, Vertrauen zwischen Geschäftspartnern herzustellen – und so sichere Geschäfte in der digitalen Welt zu ermöglichen. Dazu gehört für uns, neben unseren bisherigen Leistungen, auch beispielsweise Online-Betrug und Identitätsdiebstahl zu bekämpfen – etwa indem wir Lösungen rund um Identitätsschutz und Betrugsprävention anbieten, die Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen schützen.

Verantwortung übernehmen: Nach festen Prinzipien handeln

Unsere zentrale Position in einer zunehmend digitalen Kredit- und Konsumwirtschaft geht zugleich mit einer großen Verantwortung einher. Im Sinne einer Corporate Digital Responsibility (CDR) haben wir daher Prinzipien formuliert, nach denen wir handeln und auf deren Grundlage wir einen Beitrag zur digitalen Debatte leisten wollen.

Unser Anspruch ist es, mit innovativen und fortschrittlichen Lösungen zu präzisen Ergebnissen zu kommen und die kreditrelevanten Informationen für einen Vertragsabschluss sachgerecht abzubilden – im Sinne der Unternehmen und Verbraucher. Hierzu setzen wir auf modernste Technologien und optimieren permanent unsere Verfahren. Ebenso wichtig ist die Qualität unserer Daten, die wir sehr sorgfältig überwachen, sichern und stetig verbessern. Außerdem nehmen wir aktuelle Entwicklungen im Kreditgeschäft und Konsumverhalten wie auch in der Gesellschaft auf, damit unsere Lösungen Akzeptanz erfahren.

Bei der Entwicklung und dem Einsatz unserer Lösungen legen wir drei Prinzipien zugrunde:

  • Verlässlichkeit und Überprüfbarkeit: Die von uns eingesetzten Verfahren sind verlässlich und werden durch unsere Expertinnen und Experten permanent überprüft.
  • Transparenz und Nachvollziehbarkeit: Wir lassen unsere Verfahren regelmäßig wissenschaftlich überprüfen und legen sie gegenüber den Aufsichtsbehörden offen. Verbrauchern gegenüber machen wir unser Handeln nachvollziehbar und klären sie über die allgemeinen Grundlagen des Scorings auf.
  • Teilhabe und Befähigung: Wir haben uns zum Ziel gesetzt, möglichst vielen Menschen eine Teilhabe am Wirtschaftsleben zu ermöglichen und eigenverantwortliches Handeln zu fördern. Dabei wollen wir unerlaubte Diskriminierung vermeiden und verwenden zur Prognose der Rückzahlungswahrscheinlichkeit kreditrelevante Informationen.

Dabei gehen wir mit den personenbezogenen Daten, die uns anvertraut wurden, rechtskonform und verantwortungsbewusst um. Die Sicherheit und der Schutz der Daten sind daher wichtige Voraussetzungen für unser Handeln. Mehr zu unseren Ansprüchen und Prinzipien erfahren Sie nachfolgend.

Unsere Prinzipien

Innovationen für den Menschen

Innovationen sind für uns kein Selbstzweck. Die von uns eingesetzten Technologien müssen dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. Unser Ziel ist es, beim Scoring präzise Ergebnisse zu generieren und jedem Menschen einen möglichst genauen Überblick über seine bei der SCHUFA gespeicherten Informationen sowie eine Einschätzung zur Bonität zu liefern. Deshalb nutzt die SCHUFA neueste technologische Verfahren aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) wie etwa Maschinelles Lernen. Wichtig hierbei: Wir setzen keine selbstlernenden Systeme ein. Verfahren aus dem Bereich der KI bieten aus unserer Sicht aber große Chancen: Sie ermöglichen eine höhere Trennschärfe in der Risikobewertung als herkömmliche Verfahren, so dass beispielsweise Einzelfälle besser eingeordnet werden können. Dies verschafft mehr Menschen den Zugang zur Kredit- und Konsumwirtschaft.

Reibungslose Prozesse in der Wirtschaft

Die SCHUFA bearbeitet bis zu einer Million Kreditanfragen pro Tag. 99,7 Prozent aller Anfragen bearbeiten wir digital. Eine Auskunft zu Fragen der Identität, Bonität oder Betrugsprävention dauert lediglich Millisekunden: Dies ist nur möglich durch den Einsatz modernster, datenzentrierter Technologien wie Machine Learning. Sie liefern Ergebnisse häufig schneller, genauer und zuverlässiger als herkömmliche Verfahren. Die SCHUFA leistet somit einen wichtigen Beitrag, damit die Kredit- und Konsumwirtschaft in Deutschland reibungslos funktioniert.

Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen

Im Bereich einer effektiven Betrugsprävention ist der Einsatz komplexer analytischer Verfahren notwendig, um Lösungen zum Vorteil von Unternehmen und Verbrauchern zu entwickeln. Ein Beispiel hierfür ist der SCHUFA-FraudPreCheck (FPC) – eine branchenübergreifende Lösung, mit der sich E-Commerce-Unternehmen und deren Kunden vor Betrug und dessen Folgen schützen können. Der SCHUFA-FraudPreCheck überprüft in Echtzeit Anfragen an die Online-Bestellsysteme der teilnehmenden Unternehmen und gleicht Auffälligkeiten mit bereits bekannten Betrugsmustern ab. So sind Unternehmen in der Lage, ihr Betrugsrisiko zu mindern und damit auch Verbraucher vor Identitätsmissbrauch zu schützen.

Engagement in der Forschung

Unsere Aktivitäten im Bereich moderner Verfahren und Technologien gehen weit über den rein geschäftlichen Einsatz hinaus. Ebenso wichtig ist es uns, in diesem Feld einen Forschungsbeitrag mit unserer Expertise zu leisten und so zu einem verantwortungsvollen Einsatz digitaler Technologien beizutragen. Die für die Entwicklung von KI-Systemen zuständigen SCHUFA-Expertinnen und -Experten engagieren sich im wissenschaftlichen Betrieb, publizieren zu ihren Forschungen und haben bereits mehrere Patente für die SCHUFA eingereicht.

Aufgreifen von gesellschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen

Die Möglichkeit, auf Basis digitaler Prozesse immer größere Informationsmengen verarbeiten zu können, bietet große Chancen für Gesellschaft und Wirtschaft. Diese wollen wir als Lösungsanbieter von Auskunftei- und Informationsdienstleistungen für Unternehmen und Verbraucher im Rahmen unserer zentralen Funktion für die kreditgebende Wirtschaft nutzen. Wichtig ist für uns eine breite Akzeptanz von Innovationen durch Öffentlichkeit und Verbraucher. In unserem Verbraucherbeirat stellen wir daher neue Lösungen vor und diskutieren die gesellschaftlichen Folgen unserer Produkte.

Prinzip „Mensch und Maschine“

Die SCHUFA setzt beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) auf das Prinzip „Mensch und Maschine“: Wir verwenden moderne Verfahren wie Machine Learning immer in Kombination mit langjährigem Expertenwissen. Entscheidungen, die von der Maschine als unsicher bewertet werden, überprüfen unsere Expertinnen und Experten nochmals und korrigieren diese gegebenenfalls. Dies ermöglicht uns, die Verfahren zu optimieren.

Verzicht auf selbstlernende Systeme

Die SCHUFA verzichtet auf den Einsatz sogenannter „selbstlernender Systeme“. Vielmehr stellen wir durch regelmäßiges Trainieren der Systeme sowie ein kontinuierliches Monitoring durch unsere Expertinnen und Experten sicher, dass durch den Einsatz von KI bestmögliche, präzise Ergebnisse erzielt werden. Gleichzeitig schließen wir mit diesem Verfahren aus, dass es zu einer Verselbständigung des Algorithmus und damit zu einem Kontrollverlust kommt.

Wissenschaftliche Überprüfung

Unser Verfahren zur Scoreberechnung ist wissenschaftlich fundiert und praxiserprobt. Renommierte und unabhängige Institute, die unsere Scoreberechnung regelmäßig prüfen, bezeichnen es als „sehr gut geeignet, um Ereigniswahrscheinlichkeiten zu modellieren und Scorekarten zu erstellen“.

Verlässliche Datengrundlage

Die Verlässlichkeit der hierzu eingesetzten algorithmischen Berechnungen basiert auf einer ausreichend großen Datengrundlage. Dadurch werden Verzerrungen (sogenannter Biases) vermieden. Unser Datenbestand umfasst 1 Milliarde Informationen zu Privatpersonen und Unternehmen.

Regelmäßige Qualitätskontrollen

Zu unserenqualitätssichernden Maßnahmen zählen u.a. Datenanalysen, automatisierte Plausibilitätsprüfungen sowie regelmäßige Inventuren, die wir gemeinsam mit unseren Vertragspartnern durchführen. Im Rahmen regelmäßiger Stichproben prüfen wir anlassbezogen, ob Datenschutzrichtlinien und Meldepflichten durch die uns angeschlossenen Unternehmen eingehalten werden, führen Schulungen durch und stehen im engem Austausch mit unseren Vertragspartnern.

Auskunft für den Verbraucher

Wir machen unser Handeln gegenüber Verbrauchern transparent und nachvollziehbar und erklären, wie sich beispielsweise Bonitätsbewertungen in einem Scorewert ausdrücken. In den Scorewert eines Verbrauchers fließen die zu dieser Person bei der SCHUFA gespeicherten Daten ein. Diese kann der Verbraucher mit unseren Angeboten für Privatkunden transparent im Blick behalten. Auch können Verbraucher bei uns eine kostenlose Kopie der personenbezogenen Daten nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) beziehen. Darüber hinaus klären wir die Verbraucher über die Grundlagen des Scorings auf.

Offenlegung gegenüber Aufsichtsbehörden

Das Verfahren der SCHUFA zur Score-Berechnung wird regelmäßig wissenschaftlich überprüft und gegenüber den Aufsichtsbehörden transparent gemacht. Die zuständige hessische Datenschutzaufsichtsbehörde lässt sich die Ergebnisse der Begutachtungen vorlegen und prüft diese. Wir stehen in regelmäßigem Austausch über Produktentwicklungen. Die SCHUFA ist die einzige Auskunftei in Deutschland, die ihr Verfahren bereits 2010 gegenüber den Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder offengelegt hat.

Schutz vor Missbrauch und Manipulation

Eine darüberhinausgehende Offenlegung unserer Scoreverfahren gegenüber der Allgemeinheit würde aus unserer Sicht Missbrauch erleichtern. Öffentlich bekannte Scoreverfahren bergen die Gefahr, dass die Verfahren in betrügerischer Absicht manipuliert werden. Darüber hinaus stellt unser Scoringverfahren ein Geschäftsgeheimnis dar, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigt hat.

Erklärbarkeit der Verfahren

Verfahren, die auf Künstlicher Intelligenz basieren, wie etwa Machine Learning-Verfahren, haben einen großen Nutzen, da sie die Prognosequalität enorm verbessern. Unser Anspruch ist es, trotz der Komplexität dieser Verfahren, deren Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten. Beim Einsatz von komplexen Machine Learning-Verfahren gilt bei uns deshalb der Grundsatz „Erklärbare KI" („Explainable AI“): Das heißt, alle Verfahren, die wir anwenden, müssen erklärbar sein und sind in ihrer Entwicklung, Veränderung und Pflege dokumentiert. Die Erklärbarkeit der Systeme erforschen SCHUFA-Spezialistinnen und Spezialisten vor deren Anwendung und publizieren diese Forschungsergebnisse in Fachzeitschriften.

Ermöglichung von Teilhabe

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, möglichst vielen Menschen eine Teilhabe am Wirtschaftsleben zu ermöglichen. Eine Vielzahl von Studien zeigt, dass algorithmische Entscheidungshilfen in dem hochregulierten Verfahren der Kreditvergabe eine wichtige Funktion erfüllen, sowohl hinsichtlich der finanziellen Inklusion, als auch bezüglich des Schutzes vor Überschuldung. Die Ausweisung von Scores findet nur dort statt, wo sie wirklich geboten und aus unserer Sicht notwendig ist. Ein Beispiel hierfür sind die SCHUFA-Auskünfte für Vermieterinnen und Vermieter und die Immobilienwirtschaft. Hier stellen wir ohne Ausweisung eines Scores hinreichend Informationen bereit, die für den Vertragsabschluss relevant sind. So können Mietinteressenten oder Bewerberinnen und Bewerber ihr Zahlungsverhalten dokumentieren, ohne Details zu ihren aktuellen Vertragsverbindungen offen legen zu müssen. Darüber hinaus werden künftige Vertragspartner vor einer Aufnahme und Anbindung an die SCHUFA von uns intensiv geprüft.

Schutz der Privatsphäre

Wir verwenden für die Bonitätsbewertung kreditrelevante Informationen. Der Schutz der Privatsphäre des einzelnen Verbrauchers ist für uns eine wichtige Prämisse beim Scoring. So verzichten wir auf Social Scoring und nutzen für die Bonitätsbewertung von Verbrauchern keine Informationen aus sozialen Netzwerken oder sogenannte Digital Footprints. Auch das Geschlecht spielt keine Rolle. Auf Adressdaten greifen wir lediglich in wenigen Ausnahmefällen und nur auf expliziten Wunsch des Vertragspartners zurück - nämlich wenn uns zu einer angefragten Person keinerlei Informationen vorliegen. Das heißt, dass wir standardmäßig, d.h. in 99,7 Prozent der Fälle keine Geodaten bzw. Adressdaten nutzen.

Maßnahmen gegen unerlaubte Diskriminierung

Unsere Algorithmen zur Berechnung von Kreditscores vermeiden unerlaubte Diskriminierung direkt oder indirekt: Wir nutzen selbstverständlich, wie gesetzlich vorgeschrieben, keine Datenarten wie Ethnie, Nationalität oder Religionszugehörigkeit. Neben der Offenlegung der Kategorien von personenbezogenen Daten gegenüber Aufsichts- und Datenschutzbehörden sind wir in ständigem Austausch mit Verbraucherschützern, Wissenschaft und Politik, um auch künftig unerlaubte Diskriminierung auszuschließen. Hierzu dient auch unser Engagement in der Forschung zu algorithmischen Berechnungssystemen.

Befähigung der Verbraucher

Die digitale Finanz- und Konsumwelt wandelt sich permanent. Umso wichtiger ist es für den Verbraucher, über die notwendigen Schlüsselkompetenzen zu verfügen um selbstbestimmt und eigenverantwortlich mit Geld umzugehen. Wir wollen hierbei vor allem junge Menschen unterstützen, die an der Schwelle zur finanziellen Selbständigkeit stehen. Die SCHUFA hat daher die Bildungsinitiativen WirtschaftsWerkstatt und SCHUFA macht Schule ins Leben gerufen. Alltagsnahe und niedrigschwellige Angebote im Internet und in Social Media vermitteln finanzielle Grundbegriffe und animieren zum Mitmachen bei unterschiedlichen Aktionen und Wettbewerben. Wir wollen mit unseren Bildungsangeboten künftig weitere Zielgruppen ansprechen: Im Fokus stehen dabei Verbraucher aller Altersgruppen, denen das grundlegende Wissen und die Basiskompetenz fehlen, um verantwortungsvoll am Finanzleben teilzunehmen. Hierzu zählen auch, aber nicht nur, Menschen, die neu nach Deutschland gekommen sind.