SCHUFA RISIKO- UND KREDIT-KOMPASS AKTUELL

Auswertungen zum Kreditverhalten von Unternehmen und Privatpersonen infolge der Corona-Krise

Auf dieser Seite stellen wir mit unserem Corona-Dashboard regelmäßig zentrale Kennzahlen zum Kreditverhalten von Unternehmen und Privatpersonen in der Corona-Krise zur Verfügung. Diese basieren auf Analysen des SCHUFA-Datenbestands. Durch einen Vergleich zu den Daten der Vorjahre lassen sich Rückschlüsse über die Auswirkungen der Corona-Krise für Verbraucher und Unternehmen ziehen. Ergänzt werden diese durch aktuelle Befragungen von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie von Soloselbständigen und Kleinstunternehmen.

So zeigen die Ergebnisse unserer aktuellen Verbraucherbefragung, dass sich die Grundstimmung in Deutschland wieder leicht eingetrübt hat. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) gibt an, eher oder sehr sorgenvoll in die Zukunft zu blicken.

Verschuldung und Zahlungsstörungen im regionalen Vergleich (Analyse des Jahres 2020)

Der Süden Deutschlands steht besonders gut da

Unsere interaktive Deutschlandkarte bietet einen Überblick über die Verschuldung und Zahlungsstörungen im regionalen Vergleich.

Anteil der mindestens 18-jährigen Personen, zu denen die SCHUFA 2020 ein hartes oder weiches Negativmerkmal gespeichert hatte.

Anteil der mindestens 18-jährigen Personen, zu denen die SCHUFA 2020 nur weiche Negativmerkmale gespeichert hatte.

Anteil der mindestens 18-jährigen Personen, zu denen die SCHUFA 2020 (mindestens) ein hartes Negativmerkmal gespeichert hatte.

Darstellung des Privatverschuldungsindexes (PVI) für das Jahr 2020.

Anteil vertragsgemäß bedienter Ratenkredite an allen Ratenkrediten 2020.

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Leaflet | © GeoBasis-DE / BKG 2020 | SCHUFA Holding AG.

Unternehmerbefragung (Stand: November 2021)

49 Prozent der Soloselbständigen und 62 Prozent der Kleinstunternehmen äußern sich zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer finanziellen Situation. Im Sommer lagen diese Werte mit 53 (Soloselbständige) bzw. 65 Prozent (Kleinstunternehmen) nur leicht höher.

„Die Corona-Hilfen aber auch die Öffnungen nach den Lockdowns haben offensichtlich Wirkung gezeigt“, erklärt Dr. Ole Schröder, Mitglied des Vorstands der SCHUFA. „Von einer flächendeckenden Erholung kann jedoch nicht die Rede sein.“

So gehen 48 Prozent der Soloselbständigen für dieses Jahr von einem geringeren Umsatz gegenüber dem Vor-Krisen-Jahr 2019 aus. Gegenüber 2020 erwarten immerhin nur 30 Prozent der Befragten Umsatzverluste. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Kleinstunternehmen: 43 Prozent gehen 2021 von weniger Umsätzen als in 2019 aus, 29 Prozent von einem geringeren Umsatz gegenüber 2020.

Überwiegend positiv wird die Zukunft des eigenen Unternehmens eingeschätzt: 66 Prozent der Soloselbständigen und 75 Prozent der Kleinstunternehmen bezeichnen diese als sicher oder sehr sicher.

Nur etwas mehr als ein Viertel der Befragten (26 Prozent der Soloselbständigen und 29 Prozent der Kleinstunternehmen) stimmt der Aussage zu, dass die Impfkampagne bisher erfolgreich ist. Die Befragten sind auch hier für strengere Maßnahmen: Sowohl die Abschaffung der Lohnfortzahlungen für Ungeimpfte in Quarantäne und Abfrage des Impfstatus durch den Arbeitgeber befürworten jeweils etwa zwei Drittel der Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen.

Die Online-Befragung wurde im November 2021 unter 507 Soloselbständigen und 305 Kleinstunternehmen im Auftrag der SCHUFA von Nordlight Research durchgeführt.

Verbraucherbefragungen (Stand: November 2021)

Im Juni lag dieser Wert noch bei 45 Prozent. Vor allem in der Gruppe mit einem Haushaltseinkommen von unter 2.000 Euro ist die Zukunftsangst sehr ausgeprägt und liegt mit 65 Prozent weit über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.

„Die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Corona-Pandemie schwindet. Das drückt die allgemeine Stimmung. Hinzu kommen weitere Faktoren, wie etwa Inflationsängste und Sorgen wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung“, so Dr. Ole Schröder, Vorstandsmitglied der SCHUFA Holding AG.

Vor allem die Angst vor einer Wirtschaftskrise ist groß und liegt mit 57 Prozent weit höher als noch im Juni mit 41 Prozent. Am meisten jedoch fürchten die Verbraucherinnen und Verbraucher steigende Preise (74 Prozent), insbesondere bei Energie wie Benzin und Strom (79 Prozent) sowie höhere Abgaben und Steuern (70 Prozent). Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) sorgt sich, Einkommenseinbußen zu haben. Diese Werte wurden in der aktuellen Verbraucherbefragung erstmals erhoben.

Allerdings ist der Anteil der Befragten, die beispielsweise auf Ersparnisse zurückgegriffen haben von 30 Prozent (Juni) auf 35 Prozent gestiegen. Auch haben mehr Personen Zahlungen oder Raten – außer Miete oder Ratenzahlungen für das Haus – stunden lassen. Größere Anschaffungen sind ebenfalls zunehmend zurückgestellt worden.

„Auch wenn der Anteil der Verbraucherinnen und Verbraucher, die während der Corona-Pandemie finanzielle Anpassungen vornehmen mussten, leicht zugenommen hat: Unser Kreditsystem ist sehr stabil und widerstandsfähig. Das sehen wir beispielsweise an der Zahl der Personen mit neuen Zahlungsstörungen, die weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau ist“, sagt Dr. Ole Schröder. „Bei den Privatinsolvenzen ist für uns bisher keine erkennbare, Corona bedingte Steigerung vorhanden. Die durch die Gesetzesänderungen in 2020 nicht durchgeführte Insolvenzverfahren werden in 2021 nachgeholt. Beide Jahre zusammen entsprechen im Schnitt ungefähr dem Mittel aus 2019."

Mehr als die Hälfte der Befragten besucht weniger Kulturevents oder Konzerte (51 Prozent). Ein Drittel der Verbraucherinnen und Verbraucher finden kulturelle Veranstaltungen wegen der Corona-Auflagen nicht mehr attraktiv.

35 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher meiden wegen der Corona-Pandemie die Bahn und den öffentlichen Nahverkehr, 32 Prozent nutzen umgekehrt häufiger das Auto für die Fahrt zur Arbeit, Einkäufe oder andere Gelegenheiten. 38 Prozent der Befragten verzichten derzeit auf Flugreisen.

Zur Umfrage: Die NORDLIGHT research GmbH hat im Auftrag der SCHUFA Holding AG vom 18.10.2021 bis 27.10.2021 im Rahmen eines Online Panels eine bevölkerungsrepräsentative quantitative Erhebung durchgeführt (n=1.000).