Case Study aus September 2025
Die Volksbank Mittelhessen eG zählt mit rund 1.500 Mitarbeitenden, 83 Filialen und etwa 220.000 Mitgliedern zu den größten Genossenschaftsbanken in Deutschland. Als regional verankertes Institut mit starker Kundennähe verfolgt sie konsequent das Ziel, Qualität, Effizienz und Kundenorientierung durch digitale Prozesse zu steigern.
Die Bank versteht sich als moderner Dienstleister und Lebensbegleiter für die Menschen in der Region – entsprechend hoch sind die Anforderungen an ihre internen Prozesse, insbesondere bei der Datenqualität und im Risikomanagement.
Im Firmen- und Privatkundengeschäft nutzt die Volksbank Mittelhessen die SCHUFA-Nachmeldungen sowie das SCHUFA-Monitoring, um frühzeitig über relevante Veränderungen bei Bestandskunden informiert zu sein – etwa zu neuen negativen Merkmalen oder Vertragsentwicklungen.
Allerdings stieß der bisherige Prozess an seine Grenzen:
- Manuelle Steuerung der Meldungen über HCL Notes bedeutete einen hohen Aufwand.
- Uneinheitliche Abläufe führten zu Intransparenz und Fehleranfälligkeit.
- Medienbrüche zwischen Systemen behinderten die strukturierte Bearbeitung.
- Fehlende Priorisierung sorgte dafür, dass auch wenig relevante Hinweise Prozesse auslösten.
Spätestens mit der Abkündigung des Supports für HCL Notes wurde klar: Der Status quo war weder effizient noch zukunftsfähig. Die Bank nutzte diesen Impuls, um die Datensteuerung komplett neu und digital aufzusetzen – mit dem Ziel, Relevanz, Geschwindigkeit und Datenqualität spürbar zu erhöhen.
Im Schulterschluss mit der SCHUFA hat die Volksbank Mittelhessen eine intelligente Datensteuerungslösung auf Basis von agree21IDA entwickelt. Ziel war es, eingehende SCHUFA-Meldungen automatisiert, risikoorientiert und ohne Medienbrüche in die Arbeitsprozesse der Bank zu integrieren.
Der neue Prozess funktioniert so:
- SCHUFA-Nachmeldungen und Monitoring-Hinweise werden systemisch erfasst.
- Sie werden automatisch mit Kunden- und Kontodaten aus agree21 verknüpft.
- Risikorelevante Hinweise werden gezielt an die zuständigen Fachabteilungen oder Berater weitergeleitet.
- Kundenimpulse werden systematisch gefiltert und an die jeweils zuständige Fachabteilung gesteuert.
Das Ergebnis: mehr Effizienz, weniger Aufwand, zielgerichtete
Bearbeitung – und eine deutlich verbesserte Datenqualität durch
konsequente Fokussierung auf relevante Kundenentwicklungen.
Der Projektstart erfolgte im November 2024 – mit einem crossfunktionalen Team aus Fachabteilungen, IT, Risikosteuerung und Projektmanagement.
Eine der zentralen Herausforderungen bestand darin, ein gemeinsames Verständnis dafür zu entwickeln, welche Meldungen tatsächlich eine Bearbeitung erfordern – und welche nicht. Denn nicht jeder Kundenimpuls ist automatisch ein Risikosignal. Die neue Lösung sollte gezielt dort ansetzen, wo Handlungsbedarf besteht – und gleichzeitig operative Teams entlasten.
Die Umsetzung erfolgte agil, mit klaren Verantwortlichkeiten und kurzen Entscheidungswegen. Ergebnis: ein intelligenter Steuerungsprozess, der die Qualitätsanforderungen der Bank erfüllt und gleichzeitig den manuellen Aufwand spürbar reduziert.
Für die Einführung wurde bewusst auf umfangreiche Schulungen verzichtet. Die Mitarbeitenden wurden über das Social Intranet frühzeitig informiert. Die neue Vorgangslogik innerhalb von agree21 führt die Bearbeitenden fragenbasiert durch den Prozess und bietet direkt im System Hilfestellung zu häufigen Fragen.
Die neue Datensteuerungslösung berücksichtigt die unterschiedlichen Anforderungen im Privat- und Firmenkundengeschäft und wurde entsprechend zielgerichtet konzipiert:
Im Privatkundensegment sind IDA-Bericht und Kundenbestand miteinander verknüpft. Das ermöglicht eine automatische Zuordnung zum zuständigen Berater oder Fachberater, der die Situation kennt und unmittelbar reagieren kann – sei es bei risikobezogenen Hinweisen oder bei Impulsen zur Aktualisierung der Kundendaten.
Im Firmenkundensegment hingegen werden die Hinweise gezielt an die zuständigen Fachabteilungen geleitet. Eine direkte Beteiligung des Beraters erfolgt nur, wenn es sich um neue oder zu aktualisierende Verträge handelt – etwa wenn die SCHUFA-Meldung auf eine Veränderung beim Unternehmen hinweist, die für bestehende Engagements relevant sein könnte.
Diese Differenzierung sorgt für eine effiziente und passgenaue Verarbeitung der Informationen – mit klaren Zuständigkeiten und ohne unnötige Prozessschleifen.
Vorteile für Mitarbeitende und Vertrieb
Die neue Datensteuerung bringt spürbare Entlastung – aber auch neue Chancen im täglichen Kundenkontakt:
- Gezielte Kundenansprache: Durch die strukturierte Analyse von SCHUFA-Informationen lassen sich Kunden mit Handlungsbedarf frühzeitig identifizieren – sei es aufgrund bonitätsrelevanter Hinweise oder durch neue Impulse, die auf eine veränderte Lebenssituation hinweisen könnten.
- Relevante Gesprächsanlässe: Die Steuerung liefert konkrete Hinweise, mit denen Berater aktiv auf Kunden zugehen können – etwa zur Datenaktualisierung, Vertragsprüfung oder Anpassung bestehender Lösungen.
- Individuelle Lösungen: Die zuständigen Ansprechpartner können Angebote und Maßnahmen gezielt auf die aktuelle Kundensituation zuschneiden.
- Proaktive Kommunikation: Statt nur zu reagieren, können Berater potenzielle Themen im Vorfeld aufgreifen – und so Vertrauen und Kundenbindung stärken.
- Weniger Aufwand, mehr Fokus: Durch die automatische Filterung und zielgerichtete Steuerung landen nur relevante Hinweise bei den richtigen Personen – das reduziert die Informationsflut und schafft Freiraum für den eigentlichen Kundenkontakt.
Vorteile für die Bank im Gesamten
Auch auf Gesamtbankebene entfaltet die automatisierte Datensteuerung über agree21IDA eine spürbare Wirkung – operativ wie strategisch:
- Höhere Effizienz: Die automatisierte Bearbeitung ersetzt viele manuelle Arbeitsschritte. Das spart Ressourcen und erhöht die Verlässlichkeit der Abläufe.
- Mehr Netto-Marktzeit: Durch den Wegfall unnötiger Prozesse – allein im Bereich der negativen Nachmeldungen – gewinnt die Bank jährlich über 100 Stunden, die wieder in die aktive Kundenbetreuung fließen können.
- Stärkere Datenqualität: Die regelmäßige, systemgestützte Verarbeitung von SCHUFA-Informationen verbessert nicht nur die Aktualität, sondern auch die Konsistenz und Aussagekraft der Kundendaten.
- Stabile Compliance: Durch klare Zuständigkeiten, lückenlose Dokumentation und standardisierte Vorlagen erfüllt die Lösung auch hohe Anforderungen an Nachvollziehbarkeit und Revisionssicherheit.
- Frühwarnsystem im Risikomanagement: Die intelligente Filterung und Weiterleitung unterstützt eine frühzeitige Erkennung potenzieller Risiken – ohne dabei das Gesamtsystem zu überfrachten.
- Impulse für die Weiterentwicklung: Die neu gewonnene Transparenz in den Datenströmen eröffnet zusätzliche Perspektiven – etwa für Angebotsanpassungen, Portfolioanalysen oder strategische Steuerung.
Mit der Einführung der IDA-basierten Datensteuerung hat die Volksbank Mittelhessen einen entscheidenden Schritt in Richtung zukunftsorientierter Prozessdigitalisierung getan.
Die Lösung verbindet Effizienzgewinn, mehr Datenqualität und gezielte Kundenansprache – und stärkt damit gleichzeitig das Risikomanagement und die Kundenbeziehung.
Durch die intelligente Nutzung von SCHUFA-Nachmeldungen und Monitoring-Daten entsteht ein echter Mehrwert: Nicht nur Risiken werden frühzeitig erkannt, sondern auch Impulse, um Daten aktuell zu halten, individuelle Lösungen zu entwickeln und den Kunden aktiv zu begleiten.
Effizienzgewinn
Höhere Datenqualität
Gezielte Kundenansprache
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